Brasilien

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Stichwahl zwischen Faschist Flávio Bolsonaro und Linksreformer Lula (mit Video)

In Brasilien haben nun schon die Wahllokale geöffnet – 159 Millionen Menschen dürfen sich an der Wahl beteiligen. Sie haben die Wahl zwischen dem Sohn Bolsonaros, Senator Flávio Bolsonaro, und dem Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva, der jetzt auch von radikalen und revolutionären Gruppen unterstützt wird.

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Stichwahl zwischen Faschist Flávio Bolsonaro und Linksreformer Lula (mit Video)
Brasilien erlebte auch vor der Wahl einige politische Kämpfe. (Quelle: Internetseite der UP)

Jack lebt in Brasilien. Auf die Frage, was er heute denkt, sagt er uns: „Ich hoffe einfach, dass es uns gelingt, unsere Rechte für die nächsten 4 Jahre zu bewahren. Danke.“

 

Jack ist in der Unidade Popular pelo Socialismo (UP; Volkseinheit für den Sozialismus) organisiert. Es ist eine relativ kleine Organisation, 2016 gegründet, mit Stand Dezember letzten Jahres über 16 000 Mitgliedern. Auch sie unterstützen Lula bei dieser Wahl.

 

Die Unidade Popular hat dafür nach Jacks Meinung auch gute Gründe: „Am Mittwoch, 14. Oktober, genehmigte der Senat die Maßnahme mit einer Mehrheit von 75 Stimmen, bei einer Gegenstimme, und reduzierte die Arbeitswoche von 44 auf 40 Stunden. Allerdings hat Lulas Gegner Flávio offen zugegeben, dass er diese Verfassungsänderung ‚überprüfen‘ möchte. Da es um Arbeitnehmerrechte geht, verfiel Flávio direkt nach der ersten Wahlrunde am 4. in eine Stimmung des vorzeitigen Sieges und begann öffentlich zu äußern, was er tun möchte, wenn er gewählt wird: Er möchte Gehälter einfrieren, Renten einfrieren, etwa 250 Milliarden brasilianischer Real in Ausgaben kürzen (ohne dabei jemals anzugeben, wo diese Summe gekürzt werden soll), und Unternehmen wie Petrobras privatisieren. Flávio möchte sich auch in der Außenpolitik an den USA und Israel orientieren.“

 

Um eine neue faschistische Regierung, sozusagen in zweiter Bolsonaro-Generation, zu verhindern, muss man Lula unterstützen. Dafür muss man Lula aber nicht lieben, und das weiß auch Jack: „Mehrere Kommunisten wurden am 4. Oktober in die föderale Legislatur gewählt, daher freue ich mich darauf, eine echte linke Opposition gegen eine eventuell vierte Amtszeit Lulas zu sehen“ meint er zum Schluss.

 

Wir fiebern mit unseren Freundinnen und Freunden in Brasilien, und schließen für heute mit einem Video eines Protestkonzerts, das Caetano Veloso als Kundgebung für Demokratie organisierte und damit Millionen zur Copacabana in Rio de Janeiro zog. Morgen wird RF-News über die Ergebnisse dieser für die Brasilianerinnen und Brasilianer so wichtigen Wahl berichten.

 

Ato pela Democracia!