Faschisierung
Polizeirazzia gegen Transmenschen
Am frühen Sonntagabend (18.10.) stürmte die Polizei das Zentrum Casa Kuà in der Kreuzberger Naunynstraße. Für den martialischen Polizeieinsatz wurde der „Verdacht auf einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz“ angegeben. Das Verbrechen: Dort sollen Hormontherapien „ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt worden sein“.
Das Casa Kuà ist ein Zentrum für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert und verfolgt werden. Konkret ging es bei dem Treffen um die Probleme der Gesundheitsversorgung von Transpersonen und der Bezahlung von Hormonpräparaten durch die Krankenkassen.
Als sich vor dem Lokal ungefähr 100 Menschen zusammenfanden, um gegen den Polizeieinsatz zu protestieren, rückte die Polizei in großer Mannschaftsstärke an.¹
Alles wegen ein paar Hormonpräparaten? „Uns steckt noch die Angst nach dem faschistischen Anschlag auf den Berliner CSD in den Knochen und wir fühlen wir uns bei AfD-Erfolgen mehr und mehr bedroht. Da sind sicherlich auch homophobe und faschistische Leute bei der Polizei unterwegs“, hieß es bei der Protestaktion.