Frankreich
Neue Massendemonstration am 7. Aktionstag
Am 24. Oktober nahmen in Frankreich erneut an die 800.000 Demonstranten teil. Das ist ein großer Erfolg und die Protestbewegung, wir alle, können stolz darauf sein!
Denn das musste sich durchsetzen gegen die Hetze der Massenmedien, die oft Randalierer und Demonstranten in einen Topf warf, gegen ein bedrohliches Großaufgebot des Staatsapparats, gegen zahlreiche Verbote von Demonstration gegen Änderungen der Demo-Route durch die Präfekten in letzter Sekunde und so weiter. Die Polizei war allgegenwärtig, und es gab strenge Kontrollen, zahlreiche Tränengasattacken, Einkesselungen und auch wieder eine schwere Verletzung. Erneut wurde einem Demonstranten durch eine Polizei-Granate die Hand abgerissen.
Eine Mutter in der Demo sagte empört: "Unsere Kinder verlangen Klopapier und dass die Toilettentüren schließen und die Regierung schickt uns Hubschrauber und Granaten!"
In dieser Woche hatten der Premierminister und Präsident Macron Gewerkschaftsführungen, Parteivorsitzende und Schülervertretungen zum "Gespräch" eingeladen. Doch wer hätte es gedacht? Es ging keineswegs um die Forderungen und Anliegen der Proteste, nein: Alle Eingeladenen sollten die "Gewaltausbrüche" vom 17. Oktober verurteilen. Natürlich nicht die der Polizei! Interviews aus den Reihen der Polizei selbst bestätigen erneut, dass bei der Demonstration eine Woche vorher die Polizei Anweisung hatte, die Plünderungen und Zerstörungen zuzulassen.
Demonstrationen wurden von Macron als illegitim bezeichnet, sofern sie nicht von den Gewerkschaften organisiert und gesichert seien, Ausgangssperren in Stadtzentren verhängt. Es gibt eine breite Debatte und Beunruhigung über die Faschisierung bis in bürgerliche Kreise hinein.
Alle Gewerkschaftsführungen schlossen sich deshalb in den letzten Tagen dem Protest am gestrigen Samstag an und riefen dazu auf. Gleichzeitig protestierten Zigtausende in Orleans gegen den Parteitag der faschistischen Rassemblement National. Die rebellische Jugend und die breite Protestbewegung beweisen Mut, antifaschistisches Rückgrat und politische Reife! Es gibt mehrmals wöchentlich Proteste, aber die nächste gemeinsame Mobilisierung zu Demonstration und Streik ist für den 5. November vorgesehen.