ICOR-Erklärung zum internationalen Umweltkampftag

ICOR-Erklärung zum internationalen Umweltkampftag

Naturkatastrophen? Die Katastrophe ist das kapitalistische System!

Unter der Überschrift "Naturkatastrophen? Die Katastrophe ist das kapitalistische System!" hat die revolutionäre Weltorganisation eine aktuelle Erklärung zum weltweiten Umweltkampftag veröffentlicht, der am 14. November stattfindet.

Naturkatastrophen? Die Katastrophe ist das kapitalistische System!
Sturzflut in Nepal: Der Moment, als das Wasser kam, aufgezeichnet von einer Überwachungskamera. Das Gebäude wird von der gigantischen Welle eine Sekunde später weggerissen. Die hier noch auf der Straße zu sehenden Menschen sind tot (foto: Screenshot)

Die Sturzflut in Nepal am 26. August mit tausenden von menschlichen Opfern, Verwüstung einer ganzen Region mit Dörfern und Kraftwerken hat weltweit viele Menschen erschüttert. Der ICOR-Asien-Koordinator, Alik Chakraborty, sagt dazu: Das war nicht einfach eine Naturkatastrophe. Denn „unter den Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise wird das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zunehmend durch Märkte und Kapital vermittelt. Ein Fluss ist nicht mehr nur ein Fluss. Er verwandelt sich in eine potenzielle Quelle für Stromerzeugung aus Wasserkraft. Berge bleiben nicht einfach nur Berge. Sie werden zu Standorten für Straßen, Tunnel, Bergbau und Tourismusprojekte. Land wird zu einem Investitionsgut. Folglich wird der Wert der Natur zunehmend durch ihren Tauschwert bestimmt und nicht mehr nur durch ihre ökologische Funktion. (…) Das Leben eines Arbeiters ist lediglich Bestandteil der Produktionskosten.“

 

Die Ausbeutung der Natur wird weltweit getrieben vom rücksichtslosen kapitalistischen Interesse an maximalem Profit. Dagegen fordert der Asien-Koordinator unter anderem die Einrichtung von Frühwarnsystemen, Sicherheitsvorkehrungen für Arbeiter, den Ausbau einer Infrastruktur von schnell möglichen Rettungsmaßnahmen. Und er stellt fest, dass solche Maßnahmen gegen die gesellschaftliche Rolle eines kapitalistischen Staates erkämpft werden müssen.

 

Durch den Raubbau an der Natur entfaltet sich bereits die globale Umweltkatastrophe. Sie zerstört letztendlich die Lebensgrundlagen der Menschheit. Die globale Erwärmung lässt bereits Permafrost im Himalaya und in den europäischen Alpen schmelzen, der das Gestein dann nicht mehr zusammenhalten kann. An einer historischen Hitzewelle im diesjährigen Sommer starben allein in Europa über 30.000 Menschen. Weltweit kam es in diesem Jahr auf allen Kontinenten zu unkontrollierten Waldbränden durch anhaltende Hitzeperioden, extreme Trockenheit und das Klimaphänomen El Niño. Seit dem Jahr 1900 ist der globale Meeresspiegel um etwa 20 cm angestiegen. Der Anstieg beschleunigt sich zur Zeit auf fast 4 Millimeter pro Jahr und bedroht ganze Inseln, Großstädte und unzählige Menschen. Die anhaltenden Kriege befeuern die Umweltzerstörung. Und das alles ist erst der Anfang.

 

Im November werden sich erneut Regierungsvertreter aus aller Welt auf der diesjährigen UN-Klimakonferenz COP31 in der Türkei versammeln und versuchen, den Eindruck zu erwecken, die Sorge um die Umwelt sei bei ihnen in guten Händen. Dabei waren alle diese bisherigen Treffen eine einzige Bankrott-Erklärung. Viele von denen, die sich hier treffen, sind mit ihrer Politik maßgeblich für die globale Umweltkatastrophe verantwortlich.

 

Auf der Weltklimakonferenz in Brasilien im vergangenen Jahr gab es seit langem wieder Massenproteste. Das Umweltbewusstsein entwickelt sich. Die ICOR unterstützt, dass sich Umweltbewusstsein und Umweltkämpfe erneut entwickeln. Heute müssen sie sich gegen Verharmlosungen durchsetzen, wonach der Mensch sich mit Reformen an die Klimaveränderungen anpassen könne. Und das Umweltbewusstsein muss mit faschistischen Klimaleugnern fertig werden. So bezeichnet US-Präsident Donald Trump die Erderwärmung allen Ernstes als Schwindel. Treibhausgase gelten entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen in den USA offiziell nicht mehr als Gesundheitsgefahr. Hier zeigt sich, dass der Faschismus die Tendenz des Kapitalismus zur rücksichtslosesten Ausbeutung von Mensch und Natur verkörpert. Mit der kapitalistischen Propaganda, dass Umweltschutz Arbeitsplätze gefährde, soll ein Keil der Spaltung zwischen Umwelt- und Arbeiterbewegung getrieben werden.

 

„System change, not climate change!“ war eine antikapitalistische, internationale Losung vieler Jugendlicher Mitte der 2020er Jahre. Dabei gehen die Meinungen durchaus auseinander, was unter „system change“ zu verstehen ist. Hier sind wir als ICOR gefragt, die Erfahrungen aus der ehemals sozialistischen Sowjetunion und den Volksdemokratien mit dem Ziel und hoffnungsvollen Ansätzen zum Aufbau des Sozialismus einzubringen, wo die Einheit von Mensch und Natur eine Leitlinie war. Dazu gehört vor allem die Konsequenz, dass diese Leitlinie bereits in der Praxis ihre Überlegenheit über die menschenverachtende Profitwirtschaft mit ihrem Raubbau an Mensch und Natur bewiesen hat.

 

  • Stärkt die ICOR!
  • Kämpfen wir für eine Welt, in der die Ausbeutung von Mensch und Natur beseitigt und die Einheit von Mensch und Natur gesamtgesellschaftliche Leitlinie geworden ist.
  • Kämpfen wir für Sozialismus!
  • Für einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf!
  • Heraus zum internationalen Umweltkampftag am 14. November!