Immer mehr Häfen beteiligt

Immer mehr Häfen beteiligt

Jetzt Aktionstag am 30. Oktober „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“ vorbereiten

Die Hafenarbeiter und Seeleute international sind nicht bereit, die Perspektive eines neuen Dritten Weltkriegs hinzunehmen. Es flackern in immer mehr Häfen Kämpfe gegen gefährliche Arbeitsbedingungen oder einfach für höhere Löhne und gegen Klassenzusammenarbeitspolitik (zuletzt Jamaica) auf.

Von jb/Hamburg
Jetzt Aktionstag am 30. Oktober „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“ vorbereiten
Grafik: SI Cobas

In Italien verbindet die Gewerkschaft SiCobas den Kampf um die Wiedereinstellung des Hafenarbeiters und Gewerkschafters Ciccio Ciccolina und den Kampf um Arbeitssicherheit mit Streiks am 30.10. in Salerno und Campania. Auch aus der Türkei, Marokko, Frankreich, dem Baskenland sind klare Signale, den Aktionstag mit deutlichen Aktionen bis hin zu Streiks wahrzunehmen. Die Zahl von anfänglich sechs Gewerkschaften in sechs Ländern an 20 Häfen ist deutlich angewachsen.

Hafenarbeiterkonferenz in Genua

Das zeigte die Konferenz vom 4. Oktober im Club der Hafenbehörden in Genua, an der ca. 250 Personen teilnahmen. Am Ende wurde ein Terminal blockiert, um auf den Aktionstag am 30.10. aufmerksam zu machen. CGT Docks+Ports rief für den 30.10. zu einem Generalstreik auf. Ein Delegierter (Guido Lutrario, USB) betonte, dass in ganz Italien ein „Wunsch nach Auflehnung“ existiert. Andere Redner deckten ganz konkret auf, wie Reedereien wie MSC kleine Logistikbetriebe der Rüstung aufkaufen. Oder wie die Transportvorschriften zur Erleichterung der Waffen- und Munitionstransporte in Italien die Arbeiterssicherheit verschlechtern.

 

Der Tarifkampf Seehäfen, an den Nordseehäfen in Deutschland ist mit dem Erfolg der kurzen Laufzeit beendet worden. Auch wenn die prozentuale Erhöhung für die unteren Lohngruppen nicht ausreichend ist, so zeigte sich doch dass der ZDS der gewachsenen Einheit und Kampfkraft der Hafenarbeiter an der Nordseeküste Rechnung tragen musste. Oder wie es ein Hafenarbeiter formulierte „In neun Monaten sehen wir uns wieder!“

Aber warum wieder in Ruhe verfallen?

Die Arbeiteroffensive ist mit den Septemberkämpfen aufgeblitzt. Die Rechnung der Automobilarbeiter und der Menschen, die die Sozialleistungen brauchen, sind immer noch offen. Schon werden weitere Arbeitsplatzvernichtungen angekündigt. Für uns alle wird doch deutlich, die Sondervermögen, Kriegsertüchtigung, dafür sollen Arbeiter und die Massen zahlen. Ein wichtiges Signal an der Küste in Deutschland wäre, mit Kampfaktionen, Kundgebungen, Banneraktionen, ... zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus ver.di oder anderen organisierten Kollegen ein Zeichen gegen Angriffe auf die erkämpften sozialen Errungenschaften, gegen Militarisierung, Faschismus, Krieg und die globale Umweltkatastrophe setzen – gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Häfen der anderen Länder.

Internationaler Hafenarbeitererfahrungsaustausch

Informiert euch weiter über die aktuellen Aktivitäten auf der Website des Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustausch: https://www.dockers-international.org/
Ergreift die Initiative, dort wo ihr arbeitet und lebt!

 

Siehe auch Griechenland: „Wir Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“