Verbindliche Zusammenarbeit vereinbart

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Globale Umweltkatastrophe entwickelt sich dramatisch - Internationaler Umweltratschlag endet erfolgreich mit nachhaltigen Beschlüssen

Über 60 Impuls- und Diskussionsbeiträge aus 23 Ländern öffneten auf dem Internationalen Umweltratschlag ein weites Fenster in die Welt.

Von gis
Globale Umweltkatastrophe entwickelt sich dramatisch - Internationaler Umweltratschlag endet erfolgreich mit nachhaltigen Beschlüssen
(rf-foto)

Sie weiteten den Blick auf die dramatische Entwicklung der globalen Umweltzerstörung rund um den Globus.

Die Entwicklung der Umwelt ist katastrophal

"Man kennt ja sehr viel, zum Teil aus dem Fernsehen, aus Veröffentlichungen, hat viel gelesen. Aber es ist nochmal was ganz Anderes, so hautnahe Berichte zu hören und Betroffene kennenzulernen, ihr Leid, ihre Kämpfe, ihr Ringen ums Überleben. Die Entwicklung der Umwelt ist katastrophal. Genauso offensichtlich wird durch den internationalen Überblick aber auch: Die Menschen kämpfen unermüdlich, wollen nicht in der Barbarei versinken." Die Herrschenden zerstören die Lebensgrundlagen der Menschheit mutwillig, und skrupellos. Die wissen, was sie tun! Schon jetzt sterben hunderttausende Menschen durch die globale Umweltkatastrophe. "Das ist Mord aus niedrigen Beweggründen, nur, um sich die Taschen zu füllen!" 

 

Wir haben die Bilder vor Augen, wie in Nepal ganze Regionen weggespült wurden, wie die Hitzewellen dieses Sommers das Wasser knapp werden ließen und zehntausende Todesopfer forderten. Millionen Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen und gleichzeitig mauern die Reaktionäre in Europa ihre Länder gegen Flüchtlinge zu.

 

  • Ein Bergarbeiter aus der Ukraine berichtete, wie Kriege ökologische Katastrophen verursachen. Bis zum Jahr 2026 beliefen sich die durch die russische Invasion verursachten Gesamtschäden für die Umwelt der Ukraine auf über 138 Milliarden Euro. Die Kampfhandlungen verunstalten Landschaften, vergiften Wasser und Luft, zerstören geschützte Ökosysteme und gefährden die Artenvielfalt ganz Europas. "Der Krieg tötet nicht nur Menschen, er vergiftet auch das Land, das Meer und den Himmel.“
  • Christian Link von der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF führte aus, dass wir uns gerade am Anfang des industriellen Tiefseebergbaus befinden, um Manganknollen abzubauen und wissentlich dabei Grundlagen der Ernährungsketten unwiederbringlich zerstört werden. Weitere Auswirkungen sind noch gar nicht erforscht. Auch im Weltall soll Bergbau betrieben werden. Federführend für alle faschistischen Regierungen wirft Trump alle Umweltauflagen über Bord.
  • Aus Malawi in Afrika kam die Botschaft von Gemeinschaften, deren Leben durch Umweltzerstörung erschüttert wird. "Für uns ist dies keine abstrakte Debatte. Es geht um den Bauern, der zusehen muss, wie seine Ernte ausfällt, um die Familie, die ihr Vieh durch Plastikverschmutzung verliert, um die Gemeinde, die mitansehen muss, wie ihr Wald verschwindet, und um den Haushalt, der sich fragt, woher die nächste Mahlzeit kommen soll." Großes Interesse besteht bei ihnen an der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung.
  • Eine Frauenkämpferin aus Afghanistan berichtet, wie die afghanischen Frauen Armut und Hunger trotzen, einer Umwelt von vergiftetem Boden, verschmutztem Wasser, tödlichen Krankheiten und einem von den Taliban verhängten Verbot zum Arbeiten und Verlassen ihres Hauses.

Große Breite, große Vielfalt, große Initiative, wachsende Einheit, Beschlüsse zur verbindlichen Zusammenarbeit

Der 1. Umweltpolitische Ratschlag war geprägt von einer außerordentlichen Breite verschiedenster Organisationen und Erfahrungen sowie vielfältiger umweltpolitischer Ansätze. Jeder, der dabei war, erfuhr und lernte Neues. Eine Dokumentation wird die Beiträge der Öffentlichkeit zugänglich machen. Vom Widerstand gegen Mülldeponien über einen runden Tisch für erneuerbare Energien bis zum Plan einer umweltpolitischen Afrikakoordination reichte die Palette. Vor allem war der Ratschlag geprägt von einer streitbaren solidarischen Kultur und einer engagierten Strategiedebatte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einte der Wille, alles zu tun, um die mutwillige Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen durch die Profitgier und den Machthunger einer winzigen, aber mächtigen herrschenden Minderheit von Konzernen und Regierungen zu dämpfen, die Auswirkungen einzugrenzen und letztlich zu verhindern.

 

Kernfragen in der Auseinandersetzung waren:

 

  • Einheit bestand darüber, dass der Kampf gegen die Umweltzerstörung, gegen Kriege und Faschismus zusammengehören. Ein großes Anliegen war deshalb allen Teilnehmern, dass insbesondere Arbeiter- und Umweltbewegung engstens zusammenwachsen müssen. Und sich mit der Friedensbewegung, der Frauenbewegung und der entstehenden sozialistischen Jugendbewegung verbinden müssen.
  • In Ländern, die von Faschisten regiert werden, ist die Entwicklung besonders dramatisch. Wir müssen den Meinungskampf gegen die Faschisten auch in der Umweltfrage gewinnen, um die Umwelt zu retten und den Faschismus zu verhindern! Die Angriffe auf soziale Errungenschaften für den Kriegskurs fast aller Regierungen sind auch Thema für den Umweltkampf. Kämpferische Gewerkschafter berichteten, dass sie ihre Kämpfe gegen Arbeitsplatzvernichtung oder Verlust ihres Einkommens zunehmend mit der Umweltfrage verbinden.
  • Wollen wir Transformation - bzw. Umgestaltung - oder Revolution? Einigkeit besteht darin, dass die beiden Anliegen nicht gegeneinander stehen. Beide haben in der Umweltbewegung ihren Platz, beide werden von engagierten und mutigen Umweltkämpfern in aller Welt repräsentiert. "Eine andere Welt ist möglich - sorgen wir dafür!" Für einen Teil der Umweltbewegung ist diese Welt des Friedens, ohne Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur eine Welt des Sozialismus. Der Sozialismus gewinnt als notwendiges Ziel eines gesellschaftsverändernden Umweltkampfs bei vielen Anziehungskraft. Wichtig ist, dass man sich gegenseitig respektiert und dabei solidarisch weiter um Vereinheitlichung streitet. Dass der Umweltkampf gesellschaftsverändernd sein muss, ist Konsens.
  • Dass Kapitalismus und Imperialismus die Ursachen für die dramatische weltweite Umweltkatastrophe sind, denken viele. Die Bewegung, die vom Umweltratschlag ausgeht bzw. repräsentiert wird, soll aber eine ganz breite Bewegung sein, darin ist nicht jeder Antiimperialist.
  • Der internationale Umweltratschlag war auch geprägt von mutigen Frauen. Die Umweltzerstörung, Armut und Krieg trifft Frauen und Kinder besonders. Irtefa aus dem Jemen sagte: „Wir jemenitischen Frauen wollen nicht nur Opfer sein, sondern zur Lösung beitragen!“ Viele engagieren sich für die Lösung der brennendsten Fragen, wie der Abfallentsorgung, Gesundheitsvorsorge oder Erziehung der Kinder in ihren Kommunen. Arbeiterinnen, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen brachten ihre Erkenntnisse und Fähigkeiten ein.
  • Jugendliche meldeten sich mutig zu Wort. Eine junge Frau aus Uganda berichtete: „Fridays for Future hat dafür gesorgt, dass die Stimme der Jugend gehört wird“. In der Abschlussdiskussion sprachen vier Jugendliche aus verschiedenen Ländern und Jugendverbänden - aus Uganda, Brasilien, vom REBELL und von Young Struggle -gemeinsam, sich als Keimzelle einer internationalen sozialistischen Jugendbwegung verstehend. Dazu werden sie auch auf Gen Z und FFF und weitere zugehen.

Dieser Ratschlag darf und wird nicht verpuffen!

Dies liegt allen Teilnehmern genauso am Herzen wie die Fortschritte in der Diskussion und Vereinheitlichung. Die große Initiative und Geschlossenheit drückte sich auch darin aus, dass es zu diesem Thema und zur Abschlussresolution noch eine große Menge von Vorschlägen gab, die zum Ausdruck brachten: "Lasst uns die großen Fortschritte in unserer Diskussion in den gemeinsamen Kampf für unsere Umwelt verwandeln. Gehen wir einen Schritt weiter, vom Erfahrungsaustausch und der losen Vernetzung hin zu gemeinsamer, koordinierter Aktivität!" Wir wollen zusammenarbeiten!

 

Den durchschlagenden Erfolg des 1. Umweltpolitischen Ratschlags fasst Miriam Gärtner, VW-Arbeiterin und Mitglied in der bisherigen und der neuen Koordinierungsgruppe des Umweltratschlags für Rote Fahne News zusammen:

 

"Der Ratschlag hat besonders durch seine internationale Zusammensetzuung bestochen. Auf ganz neuer Stufe wurde allen bewusst, wie die die globale Umweltkatastrophe fortschreitet. Internationale Solidarität ist kein Appell, aondern Überlebenmechanismus. Ebenfalls kam in der Zusammensetzung die Einheit von Arbeiter-, Umwelt-, Frauen- und Friedensbewegung zum Ausdruck. Bemerkenswert war, dass nicht einzelne Projekte, sondern die verbindliche Zusammenarbeit in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt wurde. Das ist gelebter Internationalismus, dass sich glühende Vertreter regionaler Projekte und Bündnisse darünber bewusst werden, dass es eine übergreifende Koordinierung und Kooperation braucht. Die Organisationsstruktur wurde erweitert: Neben der operativen Koordinierungsgruppe wurde die Gründung eines beratenden Beirats aus Umweltorganisationen und Parteien mit bereits sechs Zusagen gegründet, weitere werden folgen. Nächstes Jahr wird es an einem noch festzulegenden einheitlichen Tag große Umweltdemonstrationen in allen beteiligten Ländern geben. Wegweisend sind zwei gemeinsame Projekte der Arbeiter- und der Umweltbewegung: "Autoarbeiter gegen Verbrenner - Umweltaktivisten für den Kampf um jeden Arbeitsplatz!" und "Kampf dem extraktiven Tagebau und seinen Verwüstungen!"

Hervorragend selbst organisiert und finanziert

Die bisherige Koordinierungsgruppe legte einen gründlichen Rechenschaftsbericht vor und wurde entlastet, ebenso der Finanzverantwortliche und die Kassenprüfer. Die Finanzarbeit war grundsolide. Der Ratschlag war von vorne bis hinten selbst organisiert und finanziert. Ein Stab von Übersetzern ermöglichte die weltweite Kommunikation in 10 Sprachen. Beim ausgelassenen internationalen Kulturfest mit Musik und Tanz spürbare Einheit und internationale Verschwisterung.

 

Von diesem Ratschlag wird umweltpolitische Bewusstseinsbildung und intensive Zusammenarbeit im gesellschaftsverändernden Umweltkampf ausgehen!