Vom Protest zum Widerstand
Gewerkschaftlicher Widerstand vernetzt sich in Kassel
Fast 60 Aktive aus Betrieben, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen berieten in Kassel über gemeinsame Gegenwehr gegen Krieg, Militarisierung und Sozialkahlschlag und gründeten einen Koordinierungsrat. RF-News veröffentlicht hier Pressemitteilung und Abschlussresolution des Kongresses.
Fast 60 Aktive aus Betrieben, Gewerkschaften und gesellschaftlichen antimilitaristischen Initiativen kamen am 16. und 17. Oktober in Kassel zusammen, um über den Aufbau eines gemeinsamen Widerstands gegen Krieg, Militarisierung und Sozialkahlschlag zu beraten. Eingeladen hatten ‚Sagt NEIN! – Gewerkschafter*innen gegen Krieg, Militarismus und Burgfrieden’, die Gewerkschaftslinke Hamburg und die Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG).
Zwei Tage lang standen nicht nur politische Analysen, sondern vor allem konkrete Erfahrungen aus Betrieben, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Initiativen im Mittelpunkt. Wo wird bereits Widerstand geleistet? Welche Hindernisse stehen ihm entgegen? Und wie kann aus vereinzelten Initiativen eine gemeinsame Gegenmacht entstehen?
Wenn aus Autofabriken Rüstungsbetriebe werden
Wie unmittelbar sich diese Fragen inzwischen stellen, zeigten Berichte aus der Automobilindustrie. Am Beispiel des VW-Werks Osnabrück wurde deutlich, wie die Krise der Automobilindustrie genutzt wird, um den Einstieg in die Rüstungsproduktion als vermeintliche Rettung von Arbeitsplätzen anzubieten. Auch der forcierte Ausbau Kassels zu einem bedeutenden Rüstungsstandort wurde kritisch beleuchtet.
Aktive aus den Mercedes-Benz- und VW-Werken, vom Automobilzulieferer SNOP Automotive sowie aus weiteren Betrieben berichteten über ihre Auseinandersetzungen mit Arbeitsplatzabbau, Standortkonkurrenz, Kriegswirtschaft und die Schwierigkeiten, dagegen eigenständige gewerkschaftliche Gegenwehr zu organisieren.
Deutlich wurde: Wo Beschäftigte vor die Wahl zwischen Arbeitsplatzverlust und Rüstungsproduktion gestellt werden, ist die gewerkschaftliche Antwort nicht die Unterordnung unter die Interessen der Rüstungskonzerne, sondern der gemeinsame Kampf um Arbeitsplätze und gesellschaftlich sinnvolle Produktion.
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