Jugendproteste
Gen Z regelt das?
Online findet eine breite Mobilisierung für den 31. Oktober statt unter der Losung „Gen Z regelt das“. Eine Reihe von Jugendgruppen der radikalen Linken rufen dazu auf. Der offizielle Aufruf und die Prinzipien sind allerdings ein regelrechter Gegenpol zur sozialistischen Jugendbewegung.
So heißt es in der „Erklärung“: »Wir sind die Mitte von allem. Egal ob links, rechts, grün oder eine andere Richtung: alle sind willkommen.« Es sind ausdrücklich auch Rechte willkommen! Zugleich wird der antikommunistischen Totalitarismustheorie gefolgt, wenn es weiter heißt: »Extremistische Gruppen, verfassungsfeindliche Symbole … haben bei uns keinen Platz – egal aus welcher Richtung. Wer unseren Protest dafür missbrauchen will, wird von der Versammlung ausgeschlossen.« Damit werden sozialistische und faschistische Gruppen gleichgesetzt und die Bewegung soll auf Verfassungstreue – wohl gemerkt eines kapitalistischen Landes – eingeschworen werden. Wie könnte es anders sein, dass auch gleich gilt: »Parteiwerbung oder Fahnen von Parteien« seien verboten. Pazifistisch erklären sie: »Wir sind gegen jede Form von Gewalt.« Als Initiator ist auf der Homepage lediglich ein Akram Selo zu finden, der bisher in keiner politischen Bewegung bekannt ist. Auch die durchgestylte Homepage, die für kämpferische Jugendgruppen unübliche Sprache und der online massive Hype um „Gen Z regelt das“ machen einen dubiosen Eindruck und es drängt sich der Eindruck auf: Welche bürgerliche Kraft steckt dahinter? Und warum beginnt zeitgleich über die bürgerlichen Medien eine große Warnung vor Randale am 31. Oktober?
Umso mehr verwundert es, dass sich Jugendgruppen wie die Internationale Jugend, das Schulstreik-Bündnis oder Klasse gegen Klasse unversehens dem Hype anschließen. Ein typisches Beispiel für den Linksopportunismus: Radikal in der Form, doch opportunistisch im Gehalt.
Selbst in Unkenntnis von Aufruf und Programm ist auch die Losung falsch: Gen Z wird es eben nicht alleine regeln. Gen Z ist immerhin selbst in Klassen gespalten und auch die rebellische Jugend wird alleine nicht siegen können. Es macht gerade die Stärke der derzeitigen Bewegung aus, dass in Frankreich oder in Deutschland Jung und Alt gemeinsam kämpfen. Gerade darin besteht die Gefahr für die Herrschenden, weshalb die Herrschenden mit einer massiven Hetze einen Keil zwischen Jugend- und Arbeiterbewegung treiben wollen.
Die MLPD arbeitet deshalb in Betrieb und Gewerkschaft dafür, den Schulterschluss mit der Jugendbewegung zu suchen – und in der Jugendbewegung dafür, Kämpfe der Arbeiterklasse wie der Hafenarbeiter am 30. Oktober zu ihrer Sache zu machen. Da viele ehrliche Jugendliche sich am 31. Oktober Beteiligten werden, gilt das auch dort aufzutreten, Überzeugungsarbeit zu leisten und den Sozialismus in die Bewegung zu tragen.