Ierapetra/Kreta
Ein weiteres Lager der Schande
Über tausend Flüchtlinge sind in den letzten Wochen in Kreta angekommen. Seit Anfang des Jahres sind mehr als 19 000.
Hunderte von Flüchtlingen, darunter schwangere Frauen, Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern, versuchen in den letzten Wochen, in der Kälte, im Schlamm und im Regen ohne ausreichende Unterkunft und Schutz zu überleben.
Selbst schwangere Frauen und Säuglinge sind nicht ausreichend geschützt
Menschen mussten in Containern oder sogar darunter geschlafen, auf der Suche nach einem trockenen Ort. Es regnete unaufhörlich in den Letzten Tagen. Viele laufen barfuß über Kies und Schlamm.
Der faschistische Asylverantwortliche der griechischen Regierung musste zusehen, wie die Menschen von Ierapetra/Kreta, Autofahrer und Transportunternehmen fünf große geschlossene Anhänger zur Verfügung stellten, die sie zu provisorischen Unterkünften umfunktionierten. Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt dem Unwetter schutzlos ausgeliefert waren, fanden endlich einen trockenen Ort, um die Nacht zu verbringen. Die Solidarität der Anwohner und Freiwilligen war bewegend. Sie spenden Lebensmittel, Kleidung, Schuhe und Dinge des täglichen Bedarfs.
Der Beigeordnete für Zivilschutz der Gemeinde Ierapetra, Herr Georgios Kougioumtzakis, sieht die Situation als „inakzeptabel“ und forderte die Verlegung der Flüchtlinge in eine organisierte Aufnahmeeinrichtung.
Diese Maßnahme löst nicht das enorme Problem der Aufnahme auf Kreta. Diese Probleme sind organisiert und gesteuert von der griechischen Regierung und der EU.
Sie beweist jedoch, dass selbst unter den unmenschlichsten Bedingungen Solidarität die Gleichgültigkeit besiegen kann. Sie zeigt, dass die Menschen sich nicht spalten lassen. Solidarität International sagt ein großes Dankeschön an die Menschen, die ein großes solidarisches Herz zeigten.