Tipps
E laden – wo und wie geht das günstig?
Die Spritpreise explodieren. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Menschen auch aus guten ökologischen Gründen für ein Elektroauto. Trotzdem halten sich hartnäckig Gerüchte, E-Laden sei sehr teuer. Das stimmt im Vergleich zu den Verbrenner-Preisen nie. Trotzdem werden oft Mondpreise von bis zu 0,80 Euro/kWh verlangt. Wer gezielt lädt, zahlt unterwegs oft nur noch ein Drittel dessen, was ein vergleichbarer Verbrenner an Kraftstoff verbraucht.
Und der Unterschied wird immer größer.
Am günstigsten bleibt die eigene PV-Anlage
Wer eine Photovoltaikanlage hat, lädt tagsüber mit Überschussstrom. Die Kosten liegen dann nahe null. Das ist die mit Abstand günstigste Variante. Auch das Laden mit vom Versorger bezogenem Strom ist günstig. Das setzt aber Lademöglichkeiten zu Hause voraus.
Gute Optionen unterwegs oder ohne eigene Zugänge sind:
Stadtwerke
Die Tarife der kommunalen Versorger unterscheiden sich stark. Manche liegen bei 35 Cent pro Kilowattstunde (AC), andere bei 45–55 Cent. Oft gibt es Rabatte für eigene Stromkunden. Ein Blick auf die lokale Website lohnt sich.
Lidl und Aldi Süd
Beide Discounter gehören zu den günstigsten Möglichkeiten:
Lidl (über Lidl-Plus-App): AC 29 ct/kWh, DC 44 ct/kWh, HPC 47 ct/kWh. Auch Kaufland-Standorte sind häufig eingebunden.
Aldi Süd (direkt mit Karte): AC 29 ct/kWh, DC 44 ct/kWh, HPC 47 ct/kWh. Keine App nötig. Bei Aldi Nord ist es bislang noch sehr unterschiedlich geregelt.
Ideal zum Nachladen während des Einkaufs.
EnBW
Das große Netz ist fast überall verfügbar. Ohne Abo (Tarif S) kostet die Kilowattstunde mit App 56 Cent. Mit Abo wird es deutlich günstiger:
Tarif M (5,99 € im Monat): Schnellladen 46 ct/kWh – rechnet sich ab ca. 60 kWh im Monat bei EnBW.
Tarif L (11,99 € im Monat): Schnellladen 39 ct/kWh – lohnt sich ab etwa 85 kWh im Monat.
Aral
Eigentlich relativ teuer. Aber im Tarif Extra für 2,99 Euro/Monat nur 0,46–0,54 €/kWh. Mit ADAC e-Charge ohne Abo pauschal 0,55 €/kWh.
Tesla Supercharger für Fremdautos
Fast alle Stationen sind mittlerweile für Nicht-Tesla-Fahrzeuge geöffnet. Mit dem Supercharger-Abo (rund 10–12 € im Monat) lädt man zu denselben Preisen wie Tesla-Fahrer. Die Preise sind standort- und zeitabhängig und werden in der App vor dem Laden angezeigt. Nachts liegt der Tarif an vielen Stationen bei 30 Cent und darunter – an einzelnen Standorten sogar ab 20 Cent pro Kilowattstunde. Tagsüber bewegt er sich häufig zwischen 36 und 45 Cent. Mit App und ohne Abo zahlt man etwa 20–25 % mehr. Wer regelmäßig längere Strecken oder nachts fährt, hat hier eine oft günstige (Zusatz-)Option.
Praktisch
Mehrere Leute können sich bei der Nutzung einer Karte (schwieriger bei Apps) oft zusammentun.
Wer günstig laden will, bleibt möglichst bei einem günstigen Anbieter und plant die Route entsprechend. Man sollte für längere Strecken eine zweite günstige Alternative für Notfälle zumindest als App dabeihaben (z. B. EnBW als erste Wahl, Tesla als zweite). Fast immer braucht man eine App oder Ladekarte; reines Ad-hoc-Laden ohne Vertrag ist meist teuer. Blockiergebühren vermeiden und den Preis an der Säule prüfen.
Die MLPD und befreundete Betriebe stellen an mehreren Standorten Lademöglichkeiten zu günstigen Konditionen bereit.
Nicht berücksichtigt sind hier besondere Angebote für einzelne Automarken oder ähnliches.
Weiterführende Links:
Connect: Die besten Ladetarife für Ihr E-Auto
Stfiftung Warenttest: Test-Ladestromtarife-E-Auto (kostenpflichtig)