Rebellion ist gerechtfertigt!

Rebellion ist gerechtfertigt!

Den Jugendkampftag am 20. November vorbereiten

Jugendorganisationen aus Europa rufen zum 20. November zu einem „internationalen Jugend- und Studierendenstreik“ auf. Er steht unter dem Motto „Kämpft für unsere Zukunft, nicht für ihre Kriege“.

Von Lisa Gärtner, Jugendverantwortliche der MLPD
Den Jugendkampftag am 20. November vorbereiten

Im Aufruf heißt es: „Die Welt brennt … Die Ausbeutung von Arbeitern, der Klimazusammenbruch und der Krieg sind keine Misserfolge des Systems, sondern das Wesen des Kapitalismus. … Unser Kampf ist international … Studenten und junge Menschen haben immer eine entscheidende Rolle dabei gespielt, den Lauf der Geschichte zu verändern, indem sie auf der Seite der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Kraft standen. … Wir rufen Studenten- und Jugendorganisationen in ganz Europa auf, sich diesem Streik anzuschließen. Wir rufen Gewerkschaften und soziale Bewegungen auf, uns zur Seite zu stehen“. (youthstrike.org) Der Aufruf richtet sich gegen Militarisierung, gegen den Völkermord durch Israel, gegen Umweltzerstörung und für einen „radikalen Systemwechsel“. Diese Feststellungen und Forderungen sind unterstützenswert! Bisher rufen Jugendorganisationen aus mehreren europäischen Ländern auf; aus Deutschland der Jugendverband REBELL, der SDS, die Jusos, die SDAJ und die Linksjugend. Auch die Schulstreik-Bewegung gegen Wehrpflicht hat sich dem Aufruf angeschlossen.


Der Aufruf zum 20. November verbreitet auch revisionistische und reformistische Illusionen, wenn er sich zum Beispiel für einen »radikalen Systemwechsel gegen Autoritarismus und Repression und zur Verteidigung unserer demokratischen Rechte« ausspricht. Lediglich die bürgerlichen demokratischen Rechte gegen Repression zu verteidigen, ist aber eben noch kein Systemwechsel. Das wäre erst die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus und Erringung des echten Sozialismus. Doch darüber kann innerhalb der Bewegung solidarisch gestritten werden.


Die MLPD unterstützt das Anliegen eines internationalen Jugendstreik- und Kampftags. Das ist der richtige nächste Schritt, nachdem eine länderübergreifende rebellische Jugendbewegung entstanden ist. MLPD und Jugendverband Rebell werden das aus ganzen Kräften unterstützen!


Der Jugendverband Rebell erklärt: „Wir bereiten den ‚Youth Strike Day’ am 20.11. in Schule, Lehrwerkstatt, Uni oder Jugendzentrum vor. Wir beteiligen uns an den örtlichen Bündnissen; wo noch keine Kundgebungen oder Demos angemeldet sind, ergreifen wir die Initiative. Wir organisieren mit Schülern Versammlungen an Schulen und Unis.“
Während im Aufruf nur Schüler und Studierende aufgerufen werden, wendet der Rebell sich insbesondere an die Arbeiterjugend: »Azubis im REBELL organisieren Aktivitäten, zum Beispiel Pausenversammlungen in Lehrwerkstatt oder Berufsschule. Manche Azubis diskutieren auch über einen Azubistreik.“


Die MLPD tritt insbesondere dafür ein, dass Jugend- und Arbeiterbewegung Schulter an Schulter gegen die Ausbeutungsoffensive von Staat und Monopolen kämpfen.


Es geht dabei nicht nur um die Forderungen und den Tag an sich, sondern dass sich in der Vorbereitung und Durchführung viele Jugendliche einbringen und lernen, sich selbst zu organisieren und Bewusstsein über die Hintergründe und Gesetze des Kapitalismus zu erlangen. Statt in revolutionärer Fiebrigkeit das spontane „überschwappen“ der Bewegung von Frankreich nach Deutschland anzubeten, gilt es in systematische Kleinarbeit zu überzeugen, damit eine größere Masse an Jugendlichen sich an diesem Protest beteiligt. Wenn derzeit weltweit Millionen Jugendliche auf die Straße gehen, dann tragen sie damit auch den Traum einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Rassismus, Umweltzerstörung und Krieg auf die Straße. Diese Forderungen und Räume können nur Wirklichkeit werden im vereinigten sozialistischen Staaten der Welt. Die sozialistische Jugendbewegung wird deshalb sicher am 20. November klar Flagge zeigen. Deshalb gilt zum 20. November auch: Vorwärts zum echten Sozialismus! Organisiert euch in der MLPD und im Jugendverband Rebell!

Gen Z regelt das?

Online findet eine breite Mobilisierung für den 31. Oktober statt unter der Losung „Gen Z regelt das“. Eine Reihe von Jugendgruppen der radikalen Linken rufen dazu auf. Der offizielle Aufruf und die Prinzipien sind allerdings ein regelrechter Gegenpol zur sozialistischen Jugendbewegung. So heißt es in der „Erklärung“: »Wir sind die Mitte von allem. Egal ob links, rechts, grün oder eine andere Richtung: alle sind willkommen.« D.h. es sind ausdrücklich auch Rechte willkommen! Zugleich wird der antikommunistischen Totalitarismustheorie gefolgt, wenn es weiter heißt: »Extremistische Gruppen, verfassungsfeindliche Symbole … haben bei uns keinen Platz – egal aus welcher Richtung. Wer unseren Protest dafür missbrauchen will, wird von der Versammlung ausgeschlossen.« Damit werden sozialistische und faschistische Gruppen gleichgesetzt und die Bewegung soll auf Verfassungstreue – wohl gemerkt eines kapitalistischen Landes – eingeschworen werden. Das ganze macht einen dubiosen Eindruck: Welche bürgerliche Kraft steckt dahinter? Und warum beginnt zeitgleich über die bürgerlichen Medien eine große Warnung vor Randale am 31. Oktober? Zudem: Gen Z wird es eben nicht alleine regeln. Es macht gerade die Stärke der derzeitigen Bewegung aus, dass in Frankreich oder in Deutschland Jung und Alt gemeinsam kämpfen. Gerade darin besteht die Gefahr für die Herrschenden, weshalb die Herrschenden mit einer massiven Hetze einen Keil zwischen Jugend- und Arbeiterbewegung treiben wollen. Die MLPD arbeitet deshalb in Betrieb und Gewerkschaft dafür, den Schulterschluss mit der Jugendbewegung zu suchen – und in der Jugendbewegung dafür, Kämpfe der Arbeiterklasse wie der Hafenarbeiter am 30. Oktober zu ihrer Sache zu machen.


Aus dieser Erkenntnis ergeben sich auch die richtigen Formen, Mittel und Methoden der Rebellion der Jugend. In Frankreich gibt es neben polizeilichen Provokateuren auch innerhalb der Jugendbewegung dekadentes, rückschrittliches und massenfeindliches Verhalten. Dafür steht die Zerstörung von Kulturgütern oder das Plündern von Kleingewerbetreibenden. So verständlich die Empörung über den überschäumenden Reichtum in Luxuskaufhäusern ist, so ist organisierter Diebstahl inklusive anschließendem Prahlen mit der Beute in den Social Media nur dasselbe in klein, worüber man sich im Großen empört: Selbstbereicherung. Eine solche Denkweise schadet der Bewegung und gibt dem Staatsapparat nur Vorwände. Das ist keine revolutionäre Gewalt, welche sich in der Geschichte immer gegen die herrschende Klasse wendete.


Hoch die internationale Solidarität!


Die Rote Fahne bittet um Zuschriften und Diskussionsbeiträge! Die nächste Ausgabe des Rote Fahne Magazins wird die Jugendbewegung zum Schwerpunkt haben.