Pressemitteilung der Roten Hilfe
Im Budapest-Komplex beschuldigter Antifaschist stellt sich in Hannover
Der Bundesvorstand der Roten Hilfe teilt mit (Auszüge):
Am Donnerstag, 15. Oktober, stellte sich Gino am frühen Abend selbstbestimmt in Hannover den deutschen Behörden, die ihn im Rahmen des sog. Budapest-Komplexes per Europäischem Haftbefehl gesucht hatten. Vorgeworfen wird dem Antifaschisten, Anfang 2023 an körperlichen Auseinandersetzungen mit Nazis in Budapest beteiligt gewesen zu sein. Gino, der in Italien aufgewachsen ist, lebte zuletzt in Frankreich, wo die Justiz 2025 seine Auslieferung an Ungarn abgelehnt hatte. Am 30. September 2026 hatte das Pariser Kassationsgericht jedoch einem deutschen Auslieferungsersuchen stattgegeben, woraufhin sich der Aktivist heute in Deutschland stellte. In Kürze soll Gino nach Karlsruhe verbracht werden, wo die Haftprüfung am Bundesgerichtshof stattfindet.
Die Verhaftung ist Teil des sog. Budapest-Komplexes, einer internationalen Kriminalisierungswelle gegen Antifaschistinnen, die hauptsächlich von Ungarn und Deutschland forciert wird. Auslöser sind mehrere Vorfälle am Rand des NS-verherrlichenden Großevents „Tag der Ehre“, des europaweit größten Nazi-Vernetzungstreffens, das jedes Jahr in Budapest stattfindet. ...
„Ginos sofortige Verhaftung am heutigen Tag ist ein weiterer Höhepunkt in der deutschen Kriminalisierung von Antifaschistinnen im sog. Budapest-Komplex. ... Es gibt keinerlei Anlass, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen!“, erklärte Hartmut Brückner vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e. V. „Nun muss es in jedem Fall darum gehen, eine drohende Auslieferung an Ungarn zu verhindern. Die dortige Situation von Maja zeigt, dass auch unter Péter Magyar die unmenschliche Behandlung und Folter von Antifaschistinnen weitergeht und politische Schauprozesse an der Tagesordnung sind.“ ...