BergAUF: Skandal und Kniefall vor der RAG

BergAUF: Skandal und Kniefall vor der RAG

Bezirksregierung erlaubt Grubenwasser-Einleitung in die Lippe ohne PCB-Filter

Die Ratsgruppe BergAUF in Bergkamen hat unter der Überschrift "Bezirksregierung erlaubt Grubenwasser-Einleitung in die Lippe ohne PCB-Filter – BergAUF: Genehmigung ist ein Skandal und Kniefall vor der RAG" eine aktuelle Pressemeldung veröffentlicht. Rote Fahne News dokumentiert sie.

Pressemitteilung

Am 28. September 2026 hat die Bezirksregierung Arnsberg der RAG die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, am Standort Haus Aden Grubenwasser in die Lippe einzuleiten, seit dem 6. Oktober läuft die Wasserhaltung an (Hellweger Anzeiger). BergAUF Bergkamen kritisiert: Das Grubenwasser wird zwar von Eisen gefiltert – eine verbindliche Behandlungsstufe zur PCB-Eliminierung ist aber nicht vorgesehen (Bescheid, S. 111).

 

PCB (polychlorierte Biphenyle) sind ein krebserzeugendes, hormonell wirksames und extrem langlebiges Gift: Sie reichern sich im Fettgewebe von Menschen und Tieren an, reichen über die Nahrungskette bis in die Muttermilch und werden von der EU-POP-Verordnung deshalb als so genannte „persistente organische Schadstoffe" eingestuft, deren Freisetzung so weit wie möglich zu minimieren ist. Die RAG hat allein rund 12.000 Tonnen des Ultragifts in den stillgelegten Stollen des Ruhrbergbaus hinterlassen.

 

Die Bezirksregierung Arnsberg präsentiert sich als Aufsichtsbehörde — verhält sich aber wie eine Dienstleisterin der RAG. In der Nebenbestimmung 7.2.5 (S. 17) des Bescheids toleriert die Bezirksregierung sogar erstmal eine Überschreitung der Umweltqualitätsnormen für PCB im Grubenwasser und behält sich nur nachträgliche Auflagen vor. Behandlungserfordernisse für PCB werden zudem „spätestens 18 Monate vor Ende des BWZ 2028 – 2033 und danach wiederkehrend im Abstand von 6 Jahren“ geprüft (7.3.2/7.3.3, S. 21) – obwohl bereits im MKULNV-Bericht „Pilotanlagen zur PCB-Elimination“ (26.03.2020) mögliche Verfahren beschrieben wurden. Auch wird die Überwachung wieder der RAG selbst überlassen.

 

Bereits 2015 berichtete der SPIEGEL über PCB-Nachweise des LANUV im Grubenwasser von Haus Aden, während die RAG eine Gefahr bestritt. (SPIEGEL). Ratsmitglied Claudia Schewior (BergAUF): „Unter dem Vorwand, man behält sich Auflagen vor, wird ein Persilschein ausgestellt – statt direkt eine wirksame PCB-Reinigung vorzuschreiben. Das
schiebt längst vorhandene Lösungen weiter auf die lange Bank. Bezirksregierung und RAG setzen sich hier auch über die klaren Forderungen des Rates der Stadt Bergkamen hinweg. Dieser hatte die PCB-Eliminierung per Resolution vom 24.06.2021 – zuletzt bekräftigt am 03.07.2025 – wiederholt gefordert.“

Begonnene Klimakatastrophe erfordert besonderen Trinkwasserschutz!

Die Einleitung fällt in eine Zeit anhaltender Dürre und Wasserknappheit, in der die Lippe als Wasserressource besonders geschützt werden müsste (tagesschau). BergAUF fordert: verbindliche PCB-Eliminierung vor jeder Einleitung, unabhängige Kontrollmessungen durch LANUV/LANUK statt Betreiber-Selbstüberwachung, unverzügliche Einführung der erprobten Behandlungsverfahren und Umsetzung der Ratsresolution.

 

Kontakt: Ratsgruppe BergAUF Bergkamen · bergauf@posteo.de· www.bergauf-bergkamen.de