Bürgerliche Ökonomie

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Super-El-Niño – nächster "Schock" für Weltwirtschaft?

Schaut man sich die Wirtschaftsnachrichten an, wird die Weltwirtschaft von immer wieder neuen "Schocks" gebeutelt. Nach der "Corona-Krise" kam der Ukrainekrieg, dann der Krieg im Nahen und Mittleren Osten, außerdem Trumps Zollpolitik. Inzwischen rücken auch die Folgen der globalen Umweltkatastrophe für die Wirtschaft mehr und mehr in den Fokus. Und aktuell soll ganz besonders der erwartete Super-El-Niño die Wirtschaft treffen.

Von rj
Super-El-Niño – nächster "Schock" für Weltwirtschaft?
Hurrikan "Rachel" über der Pazifikküste Mexikos - der aktuelle El-Nino führt aufgrund der Wechselwirkung mit der globalen Umweltkatastrophe zu einer Häufung sonst seltener Hurrikans über dem Pazifik (Foto: wiki/2026_Pacific_hurricane_season)

Fakt ist: Das Wachstums der Weltwirtschaft geht seit der Weltwirtschafts- und Finanzkrise ab 2008 im Durchschnitt zurück. Auch nach Überwindung der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2018 bis 2025 bleibt ein weltweiter »Aufschwung« aus.

Opfer „äußerer Einflüsse“?

Kommen die Ursachen für die krisenhafte Wirtschaftsentwicklung aber tatsächlich immer nur von äußeren »Schocks«? Das Motiv für eine solche Argumentation ist durchsichtig: »Wir alle« – der Kleinbauer in Afrika, Elon Musk oder die VW-Arbeiterin in Deutschland – sind nach dieser Logik gleichermaßen »Opfer« der äußeren Einflüsse.


Was die bürgerliche Ökonomie ausblendet: Seit 2008 wurde die offene Krise der Neuorganisation der internationalen kapitalistischen Produktion zur Grundlage von tiefgehenden Störungen im Reproduktionsprozess des Kapitals.1 So geriet zum Beispiel mit dem Aufstieg Chinas die Monopolpreispolitik der alten Imperialisten in die Krise. Das kapitalistische Profitsystem »erstickt« an dem angehäuften Kapital, das nicht mehr maximalprofitbringend investiert werden kann. Die internationalen Monopole versuchen vergeblich die »Quadratur des Kreises«: ihre Rolle auf dem Weltmarkt auszubauen und zugleich mit Sanktionen und Zöllen eigene Vorteile zu erlangen.

Ursache krisenhaftes Weltsystem

Kriege und Umweltkatastrophen kommen nicht als »Unglück« von außen, sondern sind Ergebnis der sich immer öfter gewaltsam entladenden inneren Widersprüche des krisenhaften imperialistischen Weltsystems. Was heißt das für den jetzt erwarteten Super-El-Niño? Ob es den internationalen Monopolen gelingt, den erwarteten Anstieg vor allem der Nahrungsmittelpreise um zehn Prozent auf die Massen abzuwälzen und ihre Profite dabei noch weiter erhöhen, ist kein Naturgesetz, sondern eine Frage des weltweiten Kampfs der Arbeiter und Massen. Der Kampf um die sozialen Fragen muss sich mit dem Kampf gegen die globale Umweltkatastrophe verbinden! (rj)