Solidarität hilft siegen
Solidarität mit dem Straßenbahnfahrer Frank Oettler aus Halle!
Was war geschehen? Die Geschäftsleitung hatte Frank Oettler 2007 unrechtmäßig gekündigt. Er hatte das Rote-Fahne-Magazin in seiner Fahrerkabine liegen und der Presse gesagt, dass seine Kolleginnen und Kollegen verschärft ausgebeutet werden, was die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) auch gedruckt hatte. Doch er kam nach 15 Monaten wieder zurück in den Betrieb.
Die HAVAG hatte Frank Oettler 2009 wieder unrechtmäßig gekündigt, er war an einer Flugblatt-Verteilaktion mit geschäftsleitungskritischen Inhalten beteiligt, doch er kam nach 12 Monaten wieder zurück in den Betrieb. Nun ist er 60 Jahre alt und sie haben ihn nach 36 Dienstjahren vor vier Monaten wieder nicht mehr an seine Arbeit im Betrieb gelassen. Diesmal nennen sie es "ruhendes Arbeitsverhältnis". Deshalb bekommt er auch jeden Monat einen Lohnschein von der HAVAG. Ohne Lohn.
Was für eine Verhöhnung, wie würde- und respektlos und das nach 36 Dienstjahren im Betrieb hier Kollegen von der Geschäftsleitung behandelt werden! Davon war Frank Oettler 26 Jahre im Fahrdienst und überwiegend in einer Sechs-Tage-Arbeitswoche und einem chaotischen, überaus gesundheitsschädlichem Sechs-Schicht-System tätig. Infolgedessen erlitt er im März 2016 einen Augeninfarkt, so dass er heute nur noch mit einem Auge sehen kann. Durch eine starke Ver.di bekam Frank im Betrieb einen behindertengerechten Arbeitsplatz.
Nichtsdestotrotz hat er auf den Streikkundgebungen im Frühjahr diesen Jahres mutig die HAVAG-Geschäftsleitung wegen ihrer Jagd auf andere kranke Kolleginnen und Kollegen öffentlich im Beisein der Presse am Gewerkschaftsmikrofon kritisiert. Obwohl er einem Schwerbehinderten gleichgestellt ist, hat die Geschäftsleitung im Mai 2026 mittels Verdrehung eines Paragraphen im Tarifvertrag sein Arbeitsverhältnis plötzlich und auf diese Art und Weise unerwartet für "ruhend" (ohne Lohnfortzahlung) erklärt. Und das trotz vorheriger Zusagen durch den HAVAG-Geschäftsführer persönlich, ihn im Falle einer Teilerwerbsminderungs-Rente weiterhin vier Stunden täglich arbeiten zu lassen.
Bei genauerem Hinschauen bleibt nur eines übrig: Ein dritter politisch motivierter Rauswurf! Um einen ihnen unbequemen Kollegen, Gewerkschafter und bekannten Marxisten-Leninisten loszuwerden. Damit werden sie nicht durchkommen! Was Frank selbst dazu sagt: "Ich komme auch ein drittes Mal wieder. Solidarität hilft siegen!"
Nächster Arbeitsgerichtstermin Frank Oettler und DGB Rechtsschutz GmbH gegen die Geschäftsleitung der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG): Donnerstag, 15. Oktober 2026, 11.20 Uhr am Arbeitsgericht Halle, Thüringer Straße 16. Alle Unterstützer treffen sich um 10.40 Uhr vor den Stufen zum Eingang des Gerichts.