Stockholm
Nobelpreis für Medizin geht an zwei deutsche und einen amerikanischen Optogenetiker
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. Hegemann forscht an der Humboldt-Universität in Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Das hat das Nobelkomitee in Stockholm am Montagmittag verkündet.
Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik. Dabei werden Methoden der Optik und Genetik zur nicht-invasiven Anregung einzelner Neurone kombiniert. Mit ihr werde gezeigt, „wie Nervenzellen im Gehirn Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen formen“, erklärte das Nobelkomitee. „Diese Methode wird heute in Laboren auf der ganzen Welt eingesetzt, um die Geheimnisse des Gehirns zu entschlüsseln.“
In dieser Woche werden außerdem die Nobelpreise für Physik (6.10.), Chemie (7.10.), Literatur (8.10.), Frieden (9.10.) und am Montag kommender Woche der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften (12.10.) bekanntgegeben. Letzterer wird erst seit 1969 verliehen und geht als einziger der Preise nicht auf den schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurück.
Dotiert sind die Auszeichnungen in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro – pro Preiskategorie. Überreicht werden sie am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember, in Stockholm und Oslo.
Die ersten Nobelpreise wurden vor 125 Jahren verliehen. Bisher wurden nach Angaben der Nobel Foundation insgesamt 633 Preise an 990 Personen, darunter 68 Frauen, und 28 Organisationen vergeben.