Tarifrunde
Metaller bringen sich in Stellung: Wichtige Fragen sind aufgeworfen – Kampfbereitschaft ist groß!
Auf ihrer Webseite hat die Redaktion der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung (IAC) zum Beginn der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg einen Artikel und eine reich bebilderte Korrespondenz aus Sindelfingen veröffentlicht. Rote Fahne News dokumentiert.
Am 7. Oktober war die erste Verhandlungsrunde zur Tarifrunde in Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Aus allen Verwaltungsstellen kamen mehrere tausend Metallerinnen und Metaller, um mit Kundgebung und kämpferischer Demonstration durch Ludwigsburg klar zu machen: Es geht um 5% Lohnerhöhung, aber es geht um viel mehr! Den Angriffen der Autokonzerne auf die 35-Stunden-Woche, Kürzungen bei Lohnbestandteilen und Erpressungen mit Entlassung und Werkschließung muss die richtige Antwort gegeben werden.

Spätestens nach Ende der Friedenspflicht am 31. Oktober müssen richtige Streiks folgen. „Bundesweit streikbereit“ und „Ohne Streik wird sich nichts ändern“ waren häufig gerufene Parolen. Die Arbeiterklasse muss sich in dem Kampf besser vereinigen und organisieren. Keine Spaltung in Nationen, Leih- und Stammarbeiter oder in Jung und Alt … alle gemeinsam, denn „Solidarität gewinnt!“
Doch wie gewinnen wir das Vertrauen in unsere Kraft angesichts der von den bürgerlichen Medien verbreiteten Verzichtspropaganda: Wer heute offensiv die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich und Lohnerhöhung fordert, wird unter bürgerlichen „Experten“ sofort als Traumtänzer abgetan. Doch unsere Erfahrung heute war, die Arbeiter verstehen und unterstützen diese Forderung sofort. Nach den lauten Statements aus der Feder des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) soll die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Monopole der einzige Massstab sein, der zählt.
Doch was haben wir zu gewinnen, wenn die Profite sprudeln und für uns Kostensteigerungen, Arbeitshetze und Arbeitslosigkeit wachsen? Bei etlichen Redebeiträgen an einem offenen Megafon auf der Demo wurde dagegen an verschiedenen Punkten die Arbeiteroffensive als Gegenrichtung diskutiert: Die Angriffe auf unsere erkämpften Rechte zeigt die Schwäche und die Überholtheit des Kapitalismus. Dass wir in die Offensive kommen erfordert Mut, Solidarität, Kampfkraft und Einheit. Dass auch Vertreter der MLPD selbstverständlich mit diskutierten, öffnete die Diskussion über den echten Sozialismus.
Kampfbereitschaft und der Wille zur Einheit der Arbeiterklasse wurden insgesamt deutlich. Auch der Kulturbeitrag der IG-Metall-Jugend auf dem Podium mit dem „Kampf der Bienen gegen den Kapital-Imker“, der den Honig für sich abschöpfen wollte, veranschaulichte deutlich: Im Schwarm sind Bienen und Arbeiter stark und gewinnen den Kampf. Für diesen Kampf in Richtung Arbeiteroffensive wurde heute eine wichtige Grundlage gelegt.