Betriebsversammlung bei Audi Neckarsulm
Große Beteiligung und kämpferische Stimmung
Eine große Beteiligung und kämpferische Stimmung gegen die geplante Werksschließung und die Kürzungspläne bei VW und Audi prägte die Betriebsversammlung bei Audi Neckarsulm. Pfiffe und Buh-Rufe für VW Chef Blume und Audi-Vorstand Döllner waren an der Tagesordnung.
Mit ca. 13 Redebeiträgen von Kolleginnen und Kollegen und einer Dauer von vier Stunden wurde deutlich, dass die Vorstandspläne nicht akzeptiert werden. Aktiv und kämpferisch trat die Jugend auf. Die klare Forderung für ihre Zukunft und die Zukunft des Werkes heißt Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz.
Ähnlich wie bei VW mit der Kündigung von Tarifverträgen fordert der Audi-Vorstand, dass eine so genannte „Schlechtwetterklausel“ in Kraft tritt, „weil es die wirtschaftliche Lage erfordert“. Das heißt, es wird eine Betriebsvereinbarung aufgekündigt, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2033 ausschließt. In dem Rahmen soll über Arbeitszeit, Lohnhöhe, Übernahme der Azubis usw. neu verhandelt werden. Der IG-Metall-Betriebsrat lehnt das ab, will die Betriebsvereinbarung beibehalten.
Es ist inkonsequent, wenn trotzdem mit Verhandlungen über eine „Kostensenkung“ begonnen wird. Damit soll die vom Vorstand geforderte Einsparung von 50 % der so-genannten Fabrikkosten - sprich 1,5 Mrd. Euro - bis Juli 2027 erreicht werden. Ebenso steht noch die Verlagerung der Produktion aus Neckarsulm in die USA im Raum. Das sind keine Verhandlungen, sondern das ist Erpressung. Mit Erpressern wird nicht verhandelt, Mitbestimmung gibt es nur durch Streik und die Offensive aller Arbeiter sind Forderungen im Interesse der Arbeiterklasse.
Notwendig sind gewerkschaftliche und selbständige Aktionen unter anderem in der Vorbereitung der Metall-Tarifrunde. Die beiden Aktionen am 29. Juli und am 21. September am Tor 6 mit jeweils 6000 Beteiligten haben gezeigt, welche Kraft in den Arbeitern steckt.