Halle/Saale

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Faschist Tillschneider erfolgreich von Gedenkveranstaltung vertrieben

Mit Kranzniederlegungen und Glockenläuten wurde in Halle an der Saale in einer Gedenkveranstaltung an den faschistischen und antisemitischen Anschlag auf die Synagoge vor sieben Jahren gedacht. Zahlreiche Menschen nahmen am Gedenken in dem jüdischen Gotteshaus in der Saalestadt teil, das Ziel des versuchten Attentats war.

Von Ulrich Achenbach

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Faschist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in die Synagoge einzudringen. Als ihm das nicht gelang, erschoss er davor eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Attentäter zahlreiche weitere Menschen, ehe er von der Polizei gefasst wurde. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte ihn 2020 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.


Auf der Gedenkveranstaltung waren Vertreter von Kirche, Stadt, Bürgerschaft und Politik - darunter auch Sachsen-Anhalts geschäftsführender Ministerpräsident Sven Schulze und sein Amtsvorgänger Reiner Haseloff (beide CDU). Auch Angehörige der beiden Todesopfer waren anwesend. In demagogischer Absicht versuchte auch der skandalös zum stellvertretenden Landtagspräsidenten gewählte faschistische AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider, an dem Gedenken teilzunehmen.


Er wurde jedoch von Vertretern der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) daran gehindert. „Wir haben erfahren, dass Rechtsextreme hier dieses Gedenken kapern wollen und haben uns dann sehr spontan hier aufgestellt, um eben genau das zu verhindern“, sagte Ron Dekel, Präsident der JSUD, der Deutschen Presseagentur. Eine Menschenkette bildete sich und versperrte dem AfD-Politiker den Zugang zum Hof der Synagoge. „Sie sind hier nicht erwünscht“, sagt Dekel zu Tillschneider, als der ihm gegenüberstand. „Wir werden nicht Rechtsextremisten noch einmal in unsere Synagogen lassen.“


Der Kommentar des verlogenen Tillschneider dazu: Er sei in „pöbelhafter Weise daran gehindert und dabei noch als Nazi beschimpft“ worden. Dabei hat Tillschneider das Wahlprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt federführend geschrieben und in mindestens 68 Aussagen seine geschlossene faschistische Ideologie und Denkweise verbreitet (Rote Fahne News vom 9.10.26 berichtete bereits).


Nach der Gedenkveranstaltung fand auch eine antifaschistische Demonstration anlässlich des Jahrestags des faschistischen Anschlags statt (Rote Fahne News wird weiter berichten).