Frankfurt
Buntes Publikum bei der Buchvorstellung zur „Lehre von der Denkweise“ mit Gabi Fechtner in Frankfurt
Mit einem spannenden Vortrag stellte Gabi Fechtner, Parteivorsitzende der MLPD, am Freitag vor 70 Besucherinnen und Besuchern in Frankfurt die Neuerscheinung „Die Lehre von der Denkweise“ vor. Eingeladen hatte der Verlag Neuer Weg im Rahmen seines Auftritts auf der Frankfurter Buchmesse.
So war auch das Publikum bunt gemischt: Von Messebesuchern, die am Stand des Verlags eingeladen worden waren und dort erstmals mit der Literatur der MLPD in Berührung kamen, über Genossen und Freunde der MLPD aus RheinMain und dem Landesverband, Kollegen von Opel und anderen Betrieben bis zu Bündnispartnern vom Rüsselsheimer Bündnis gegen Faschismus und Krieg oder der FDJ.
Der Vortrag ging auf brennende Fragen vor Ort ein, und wie dabei der Kampf um die Denkweise tobt. Lassen sich die Kollegen von Opel einlullen durch die Zusage eines neuen Modells, das in Rüsselsheim gebaut werden soll, und hoffen gar, dass die Kündigungen lieber andere Kollegen treffen, wenn man sich wegduckt? Oder nimmt man gemeinsam den Kampf auf für den Erhalt aller Arbeitsplätze, schließt sich dafür enger zusammen und arbeitet daran, wie die Kämpfe gemeinsam höherentwickelt werden können aufbauend auf den Erfahrungen der Kampftage am 21. und am 26. September?
Oder ein in Frankfurt besonders brennendes Thema: Sind die horrend steigenden Mieten ein unausweichliches Schicksal oder schließen wir uns mit immer mehr Mietern dagegen zusammen, arbeiten auch mit Kräften wie der Linkspartei zusammen, und setzen uns dabei aber auch kritisch mit der von der Linkspartei verbreiteten Illusion auseinander, eine Verstaatlichung könne im Kapitalismus die Gesetzmäßigkeiten der Unterwerfung auch der Wohnungsfrage unter das Profitdiktat lösen?
Das regte zu einer lebendigen Diskussion an. Für neue Besucher stellte es sich als ungewohnt heraus, dass wir so viel von „Kampf“ sprechen. Gabi stimmte zu, dass wir kleinbürgerliche Kräfte „integrieren, nicht übertrumpfen“ müssen, wie es eine Besucherin formulierte. Sie stellte aber auch klar, dass wir erbitterte Gegner haben, die die Menschheit an den Abgrund gebracht haben und die ihre Macht nicht friedlich abgeben werden.
Ein junger Teilnehmer prangerte die Lage der Jugend an mit weit verbreiteten psychischen Problemen durch Perspektivlosigkeit und Lerndruck, berichtete aber auch vom Kampfgeist, den er bei einem Besuch bei den Pariser Schülerprotesten erleben konnte. Gabi betonte, wie unverzichtbar es ist, heute um reale Verbesserungen zu kämpfen, und das immer als Schule des Klassenkampfs zu tun, indem wir dabei die kapitalistischen Gesetzmäßigkeiten hinter den Problemen aufdecken und Überzeugungsarbeit für den echten Sozialismus leisten. Besonders bewegte die Teilnehmer auch die differenzierte Beurteilung der Leistungen und Fehler Stalins, die im Buch behandelt werden. Ein Kollege von Opel betonte, wie wichtig das ist, um unter den Arbeitern und den Massen ein neues Ansehen des Sozialismus zu erkämpfen.
Ein sehr gelungener Abend, der gezeigt hat, wie die Frage der Denkweise alle Seiten unserer Arbeit und der Kämpfe der Arbeiter und Massen berührt. Großes Interesse gab es an den Einladungen zur Lesegruppe, um sich dieses anspruchsvolle Buch gemeinsam zu erobern. Wer Interesse hat: Das nächste Treffen in Frankfurt findet statt am 13. Oktober um 19 Uhr in der Landesgeschäftsstelle der MLPD, Lahnstraße 26 in Frankfurt.