Die BRD und der Terror in Indonesien
Buchhalter des Todes
Am Montag haben wir auf Rote Fahne News einen Beitrag des Südostasienexperten Dr. Rainer Werning über "Bonns verschwiegenes Blutbad" veröffentlicht - die Mitwirkung des BRD-Imperialismus am grauenvollen Völkermord in Insonesien in den 1960er Jahren. Jetzt haben die Deutsch-Philippinischen Freunde auf ihrer Webseite mit einem weiteren Beitrag von Rainer Werning nachgelegt: "Buchhalter des Todes". Rote Fahne News dokumentiert den Kommentar.
Die Beziehungen BRD-Indonesien erinnern in fataler Weise an die drei legendären Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen. Erst recht, wenn es sich um Greuel gigantischen Ausmaßes handelte. Gemeint sind hier jene Geschehnisse in Indonesien Mitte der 1960er Jahre, als Militärs unter Führung von Generalmajor Suharto die Macht an sich rissen und den Grundstein für eine sogenannte Neue Ordnung legten.
Mit dem von Anfang an fadenscheinigen Argument, die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) habe einen Umsturzversuch geplant, entfesselten die Streitkräfte ein Kesseltreiben gegen alles, was ihrer Meinung nach »links« war. Mit der Konsequenz, dass mindestens eine Million Menschen Opfer einer wahren Blutorgie wurden. Der Kommandeur einer indonesischen Eliteeinheit sprach gar von »zwei oder drei Millionen« Hingerichteten.
Als Hauptantriebskraft des Staatsterrorismus solch riesigen Ausmaßes diente ein bis dahin nicht gekannter martialisch-fanatischer Antikommunismus, der in der Hochphase des Kalten Krieges im Westen uneingeschränkt Bewunderung fand. Nicht in Vietnam, sondern in Indonesien gewannen die USA »den Krieg gegen den Kommunismus«. Und als engster Verbündeter Washingtons wollte die BRD nicht abseits stehen. Alle drei Parteien – die Regierungen in Jakarta, Washington und Bonn – einte ein geschlossen antikommunistisches Weltbild. Was Bonn betraf, so war eine halbherzig durchgeführte »Entnazifizierung« immerhin von einem vollherzig durchgezogenen Justizverfahren begleitet, das nach fünfjähriger Dauer im Sommer 1956 zum KPD-Verbot führte.
Kein Wunder, dass das Autorenteam Hüseyin Doğru und Emrah Cilasun in seiner gerade neuaufgelegten und auf Youtube veröffentlichten Recherche »Indonesien 1965: Wie Deutschland einen Völkermord finanzierte« hervorhebt, dass in der Zeit von 1952 bis 1970 sechs der ersten sieben westdeutschen Botschafter in Jakarta eine Nazivergangenheit hatten – sie waren ehemalige NSDAP-Mitglieder oder arbeiteten in der faschistischen Propagandamaschinerie. Luitpold Werz (1907–1973) war von 1964 bis 1966 jener BRD-Botschafter in Jakarta, in dessen Amtszeit die Massenmorde fielen. Nach seiner Zeit in Jakarta leitete er die Ostwestabteilung des Auswärtigen Amtes und war von 1969 bis 1972 BRD-Botschafter in Argentinien.
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Hier der Kommentar ungekürzt auf der Webseite der Deutsch-Philippinischen Freunde.