Ludwigsburg

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Auftakt der Metalltarifrunde: Es geht um 5 Prozent - aber um noch viel mehr

Aus so gut wie allen Verwaltungsstellen der IG Metall in Baden-Württemberg reisten am Dienstag, 6. Oktober, rund 5.000 Kolleginnen und Kollegen nach Ludwigsburg und füllten den Platz an der MHP-Arena - mit teils ohrenbetäubenden Lärm, Pfeifen, Ratschen und Trommeln.

Korrespondenz
Auftakt der Metalltarifrunde: Es geht um 5 Prozent - aber um noch viel mehr
Bei der kämpferischen Kundgebung in Ludwigsburg (rf-foto)

Sie machten sehr deutlich: Wenn die Kapitalisten und ihre Verbände uns angreifen, dann können sie sich mal warm anziehen! Genau das passiert gerade. Auch die Rednerinnen und Redner bei der Auftaktveranstaltung sagten klar: In dieser Tarifrunde geht es um eine Lohnerhöhung von 5 Prozent, aber es geht auch um mehr. Wir wollen der ganzen Regierungspolitik, die uns als faul, als zu oft krank bezeichnet, uns respektlos behandelt und unsere Würde verletzt, mal zeigen, wer hier im Lande der Laden am Laufen hält! Die - allerdings nicht ausgesprochene Antwort darauf – gaben einige Kolleginnen und Kollegen selbst während der anschließenden Demonstration zum Verhandlungslokal, als sie immer wieder skandierten: „Bundesweit streikbereit“ oder auch „Ohne Streik wird sich nichts verändern“.


Da trafen die MLPD-Plakate „Mitbestimmung durch Streik“ genau ins Schwarze. Viele Kolleginnen und Kollegen machen sich Sorgen um die Zukunft, vor allem der Jugend, und sagen: „So kann es nicht weiter gehen!“ Wie Dann? Da haben etliche noch die Hoffnung, wir könnten durch Kompromisse und Reformen den Kapitalismus noch lebenswert erhalten. Doch auch die Offenheit über eine andere, sozialistische Gesellschaft zu diskutieren, ist gewachsen.


Immer öfter treffen die Rote-Fahne-Verkäufer den einen oder anderen IG-Metall-Funktionär, der die Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die MLPD ablehnt und sich eine Rote Fahne oder Parteiprogramm besorgt.


Die gewachsene gewerkschaftliche Kampfkraft muss sich noch besser mit selbständigen Initiativen in den Betrieben und in der Gewerkschaft verbinden. Nicht abwarten, sondern sich entschlossen positionieren: Streik und Kampfmaßnahmen müssen unbedingt vorbereitet werden. Gegen den Generalangriff der Kapitalisten brauchen wir keine Samthandschuhe, sondern Boxer-Handschuhe!


Erfreulich war, das wieder viele Kolleginnen und Kollegen aus der Entwicklung dabei waren. Allerdings fehlte die IG-Metall-Jugend fast komplett! Es hieß, den Auszubildenden sei verboten worden, an diesem Tarifrundenauftakt teilzunehmen. Das kann so nicht hingenommen werden!