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Antwort auf Diethard Möller

Unter der Überschrift "Bedeutende internationale Veränderungen im Klassenkampf brauchen die richtigen Antworten!" hat die Redaktion des Revolutionären Weg am 2. Oktober 2026 auf ihrer Webseite eine Antwort auf Diethard Möllers zweite Attacke gegen Stefan Engels Buch »Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution« veröffentlicht.

Antwort auf Diethard Möller
Titelbild der Buchausgabe von "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution"

Rote Fahne News veröffentlicht einen Auszug aus diesem Text und den Link zur ungerkürzen Version auf der Webseite des Revolutionären Weg.

 

Warum gebe ich nach sechs Jahren eine Antwort auf Diethard Möllers zweiten vergeblichen Versuch, die internationale marxistisch-leninistische, revolutionäre und Arbeiterbewegung vor den vermeintlich irreführenden theoretischen Beiträgen der MLPD zu warnen, schreibt Stefan Engel. Weil wir es gegenwärtig mit bedeutenden internationalen Veränderungen im Klassenkampf zu tun haben, welche unsere Vision einer internationalen sozialistischen Revolution bestärken und ein neues Licht auf die seit zehn Jahren wiederholtenen Angriffe Diethard Möllers auf ebendiese Perspektive werfen.

Zur Erinnerung

Ende 2016 hatte D. Möller eine 30-seitige Attacke gegen das Buch »Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution« veröffentlicht. Darin behauptete er, die ideologisch-politische Substanz des Buchs bestehe lediglich in einer eins zu eins-Übernahme der konterrevolutionären Positionen Kautskys und Trotzkis;
im imperialistischen Weltsystem habe sich seit Lenins Analyse nichts Wesentliches verändert und im ganzen Buch sei nichts Neues gegenüber dem zu finden, was schon ausgehend vom kommunistischen Manifest bekannt gewesen sei. Die von Stefan Engel behauptete qualitative Veränderung in der kapitalistischen Produktionsweise sei eine Erfindung; der Autor Stefan Engel wolle mit nichtssagenden Analysen und »seiner internationalen verbalen Rundtour (…) Eindruck schinden.«, um als »Lehrmeister« aufzutreten. Was er vorbringe, sei aber »kein Marxismus, sondern eine extreme Verflachung und ein Zeichen für geistigen Bankrott«.

 

In meiner Erwiderung auf Diethard Möllers Pamphlet, zu der ich mich im Juli 2019 angesichts der internationalen Verbreitung seiner liquidatorischen Attacken genötigt sah, habe ich in neun Punkten grundsätzlich und konkret nachgewiesen, dass D. Möller seinem vernichtenden Urteil in keiner Hinsicht gerecht werden kann. 

Vorwurf des Trotzkismus an die MLPD ist absurd

So schrieb ich bei Punkt 8 u.a.: »Am absurdesten ist der Vorwurf des Trotzkismus an die MLPD. Wie viele Dogmatiker vermutet, gleich der Reaktion eines Pawlowschen Hundes, auch Diethard Möller hinter dem Begriff der internationalen Revolution sofort den Trotzkismus. Die Strategie der internationalen Revolution oder auch der Weltrevolution ist grundlegender Bestandteil des Marxismus von seinen Anfängen an. Die »Morgenröte …« weist nach, dass sich der konkrete Gehalt dieser internationalen Revolution allerdings mit der gesellschaftlichen Vorwärtsentwicklung jeweils geändert hat und auch die unterschiedlichen Klassiker jeweils eine andere konkrete Strategie und Taktik zur Verwirklichung der internationalen Revolution durchführten…

 

Es ist eine schräge Scharlatanerie, dass Möller unsere umfassende Polemik gegen die Trotzkisten ignoriert, um uns mit einem begrifflichen Trick mit den Trotzkisten gleichzusetzen. Diese feindselige Methode ist nicht geeignet, eine sachliche Auseinandersetzung über die heutigen Fragen der Zeit zu führen, sondern eine liquidatorische Attacke auf den marxistisch-leninistischen Charakter der MLPD. Damit disqualifiziert sich Möller als potenzieller Verbündeter der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung (...)

Die Strategie und Taktik der internationalen Revolution muss sich allseitig auf das imperialistische Weltsystem beziehen

Mit der Neuorganisation der internationalen Produktion als einer neuen Phase des Imperialismus seit Anfang der 1990er Jahre verändert sich der konkrete Gehalt der Strategie der internationalen Revolution erneut. Sie muss sich auf der Basis der Neuorganisation der internationalen Produktion und des internationalen Klassenkampf allseitig auf das imperialistische Weltsystem beziehen. Sie umfasst den proletarischen Klassenkampf und den antiimperialistischen Befreiungskampf in mehr oder weniger allen Ländern der Welt. Die internationale Revolution wird sich als wechselseitiger Prozess zeitlich versetzter und in ihrem Charakter unterschiedlicher Revolutionen in den einzelnen Ländern entfalten, die sich gegenseitig revolutionieren, miteinander kooperieren bzw. miteinander koordiniert werden müssen.

 

Daraus ergibt sich für die Marxisten-Leninisten auf der ganzen Welt die neue Anforderung, dass sie für die Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution eine gemeinsame Verantwortung haben. Die Dialektik der Strategie und Taktik der internationalen sozialistischen Revolution verlangt die Einheit von nationaler Form und internationalistischem Inhalt, von nationalen und internationalen Organisationsformen, von nationaler Eigenständigkeit und internationaler Koordinierung und Revolutionierung der Klassenkämpfe usw.«

 

Bemerkenswert ist, dass D. Möller in seiner neuerlichen Attacke gegen die MLPD auf diesen Punkt der Auseinandersetzung mit keiner Zeile eingeht, obwohl der Vorschlag der MLPD für eine Strategie und Taktik der internationalen Revolution der Stein des Anstoßes war, dessentwegen sich Diethard Möller genötigt sah, sein Pamphlet gegen das Buch »Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution« zu verfassen und zu verbreiten. D. Möller verharrt unverändert in seiner metaphysischen Auffassung, wonach die Perspektive einer internationalen sozialistischen Revolution ein Traum von »abstrakten Wünschen und Hoffnungen« sei: Eine unwissenschaftlich Vorstellung also, die jeder materiellen Grundlage entbehr?. Die vor unseren Augen stattfindende Internationalisierung des proletarischen Klassenkampfs beweist aber das gerade Gegenteil! (...)

Was wir brauchen ...

Diethard Möller erleidet mit seinem Versuch, der MLPD und mir als Leiter ihres theoretischen Organs REVOLUTIONÄRER WEG einen Übergang auf die antikommunistischen theoretischen Positionen Trotzkis und Kautskys anzudichten, ein klägliches Fiasko. Dies ist nicht nur seinem Eklektizismus und seiner kleinbürgerlich-metaphysischen Denkweise geschuldet, sondern erweist sich als vorsätzliches Täuschungsmanöver, dessen Motiv ein kleinbürgerlicher Führungsanspruch ist. (...)

 

Die eingetretene vorrevolutionäre Gärung stellt die internationale marxistisch-leninistische, revolutionäre und Arbeiterbewegung vor komplexe Aufgaben und eröffnet zugleich große Chancen. In Anbetracht dessen sind theoretische Manöver zum Zweck intellektueller Profilierung, gespickt mit feindlichen Attacken, wie Diethard Möller sie veranstaltet hat, nicht nur lächerlich, sondern auch in hohem Maße verantwortungslos, letztlich liquidatorisch. Was wir brauchen, ist wissenschaftliche Klarheit, sachliche proletarische Streitkultur, respektvoller Umgang und fester Willen zur praktischen Zusammenarbeit in der internationalen Koordinierung und Revolutionierung der Klassenkämpfe.

 

Die Antwort an Diethard Möller in voller Länge auf der Webseite des Revolutionären Weg