Wehret den Anfängen!
Zweiter Oktober 1990: Faschistische Pogrome in Ostdeutschland mahnen
Woran bei den morgigen Einheitsfeierlichkeiten auch erinnert werden sollte: In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober fanden in mehreren Städten - vornehmlich in Ostdeutschland - Pogrome gegen linke und links-autonome Einrichtungen ebenso wie gegen Migrantenunterkünfte statt.
Was als Einzelfälle dargestellt wurde, hatte offenbar System und sollte den Beginn des Aufbaus faschistischer Strukturen in Ostdeutschland werden. Auf der Webseite zweiteroktober90.de wurden einige der Angriffe dokumentiert; ein kleiner Auszug:
- Zerbst: Über 200 Faschisten belagerten ein besetztes Haus und zündeten es an. Bei der Rettung in letzter Minute wurden 17 Jugendliche teils schwer verletzt.
- Eisenach: Bis zu 100 thüringische und hessische Neonazis griffen das Wohnheim der mosambikanischen Vertragsarbeiter an.
- Erfurt: 50 Faschisten greifen das Autonome Jugendzentrum an, ein Nebengebäude fing Feuer.
- Halle (Saale): Faschisten dringen in das "Reformhaus" ein und verwüsten das Cafe.
- Leipzig: 150 Faschisten zogen durch die Stadt, überfielen Passanten und griffen später das soziokulturelle Zentrum „Die Villa" an.
Bei fast allen diesen Angriffen wurden Faschisten aus organisierten Strukturen aus Westdeutschland beobachtet. Welche Stelle hat diesen landesweiten Einsatz der Faschisten koordiniert, geschützt und damit die Gewalt zugelassen? Bekanntlich entwickelte sich als Antwort auf diese faschistischen Pogrome wie später in Rostock Lichtenhagen, Solingen oder Hoyerswerda die bis dahin in Deutschland größte antifaschistische Massenbewegung und in der Folge auch ein antifaschistisches Bewusstsein, das die Faschisten isolierte.
Die Täter von damals und ihre geistigen Nachfahren sind heute Teil des sogenannten Vorfelds der AfD und wir brauchen uns nichts vormachen: Sie schrecken heute wie damals nicht vor Gewalt gegen Andersdenkende zurück. Ein aktuelles Video auf Instagram, wo sich über Gewalt von Faschisten an Linken lustig gemacht wird, strotzen die Kommentarspalten nur von zustimmenden Parolen wie "so was macht man mit dem linken Gesocks". Die AfD Siegburg kommentiert: "Ein Klassiker". Isk_nawin schreibt: "Aber wäre aktuell mal nötig" und erhält dafür über 1.000 Likes.
Widerlich! Das zeigt, wie gefährlich die AfD und ihr Umfeld ist und dass ein Verbot dieser heutigen faschistischen Partei zum Schutz der Bevölkerung dringend nötig ist!