Wissenschaft und Technik
Wird KI uns alle töten?
"Die Menschen, die KI entwickeln, glauben ernsthaft, dass sie uns alle bis zum Ende dieses Jahrzehnts töten könnte."¹ Dieser Post bei X von Jacob Coxon, ehemaliger KI-Entwickler bei Anthropic, ging in verschiedener Form weltweit durch die Medien.
Aber ein KI-System verfolgt keine eigenen Interessen. Es wird von Menschen entwickelt, trainiert und eingesetzt. In einem gesellschaftlichen System, das auf Konkurrenzkampf bis zur internationalen Vernichtungsschlacht beruht, "lernt" auch das KI-System, "rücksichtslos" alle ihm verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Anweisungen des Benutzers umzusetzen.
Jetzt merken einige führende KI-Entwickler, dass sie einen "Geist aus der Flasche gelassen haben", den sie nicht mehr beherrschen.
Aber nicht deshalb, weil KI-Systeme einen eigenen Willen hätten. Sondern weil die revolutionären Produktivkräfte immer mehr in Widerspruch zu dem überkommenen imperialistischen Profit- und Konkurrenzsystem geraten, das an seine relative historische Grenze stößt.
Die Vorstellung eines plötzlich "böse" werdenden technischen Systems lenkt vom eigentlichen Problem ab: Die Imperialisten verfügen längst über genügend Atomwaffen, mit denen sie die ganze Menschheit vernichten könnten. Die globale Umweltkatastrophe schreitet voran.
Weder Panik im Sinn von "die Menschheit muss sich vor 'der KI' retten" ist gerechtfertigt noch die naive Hoffnung, "Künstliche Intelligenz" würde die Menschheit retten.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter und Massen weltweit müssen heute schon lernen, die neuen technischen Möglichkeiten für ihre Zwecke einzusetzen. Das ist auch ein Feld der Bündnisarbeit mit der technischen Intelligenz. Und sie müssen organisiert darauf hinarbeiten, die Verfügung über diese gesellschaftliche Produktivkraft den Profitinteressen der internationalen Monopole zu entreißen.