VW kündigt provokativ zehn Tarifverträge

VW kündigt provokativ zehn Tarifverträge

Wer nicht hören will, muss fühlen!

Die Kündigung von zehn Tarifverträgen durch den VW-Vorstand ist eine Provokation und eine neue Stufe des Generalangriffs auf die VW-Arbeiter. Es ist ein offener Bruch der jahrzehntelang beschworenen Lebenslüge der "Sozialpartnerschaft" bei Volkswagen.

Von pw
Wer nicht hören will, muss fühlen!


Was VW da alles kündigt! Der Manteltarifvertrag bündelt Schichtzuschläge, Arbeitszeitregeln, Bonus- und Sonderurlaubsregelungen und andere über viele Jahre erkämpfte Standards. Bei den übrigen Verträgen geht es unter anderem um Einstufungen ins Lohnsystem, tarifliche Zulagen, die tarifliche Zusatzvergütung, Leistungs- und Personalbemessung, besondere Arbeitszeiten und Teile des Ausbildungstarifs. Zehn grundlegende Verträge sind betroffen. Sie gelten für die Werke Wolfsburg, Hannover, Kassel, Braunschweig, Salzgitter und Emden. Mehr als 100.000 Kolleginnen und Kollegen.

 

Das Kapitalistenblatt Wirtschaftswoche ist ganz aus dem Häuschen und titelt "Bei VW hilft nur noch die Brechstange".


Das geht Hand in Hand mit den Plänen, die zivile Fahrzeugfertigung in Hannover auslaufen zu lassen. Stattdessen spricht Nutzfahrzeug-Vorstand Stefan Mach offen über Dual-Use-Fertigung für Polizei, THW und Streitkräfte. Nach Osnabrück wäre Hannover das nächste Werk auf Kriegswirtschaft. Kriegsvorbereitung ist keine Alternative für Automobilarbeiter.

 

Und dass VW 110.000 Arbetsplätze vernichten und vier Werke schließen will, ist sattsam bekannt.


Was VW da macht, ist eine offene Attacke. Personalvorstand Meiswinkel will die Profitrate Richtung neun Prozent treiben. Wie stand es schon im Aufsichtsratsbeschluss vom 3./4. September: bestehende Regelungen „überprüfen“ und „neu verhandeln“. Heute wird diese Klausel vollstreckt.


VW war von den Arbeitern mehr als genug gewarnt worden. Die Kampftage am 21. September mit dem branchenweiten Streik- und Kampftag der Autoarbeiter und am 26. September mit den großen Sozialprotesten mit insgesamt 350.000 Beteiligten waren eine letzte Warnung. Dem Vorstand sei gesagt: Wer nicht hören will, muss fühlen!


Völlig zu Recht spricht Daniela Cavallo von „Erpressung“ und droht mit Streik. Aber erst zum Jahresende, wenn die Friedenspflicht im Entgelttarif ausläuft.


Viele Fragen werden in den Belegschaften diskutiert. Soll man abwarten, weil VW scheinbar an der Beschäftigungssicherung bis 2030 festhält? Mit dem Auslaufen von Werken ohne Folgebelegung wird diese Sicherung umgangen: Wer 2031 oder 2032 kein Band mehr hat, dem nützt die Formel „keine betriebsbedingte Kündigung bis 2030“ wenig. Und während der Geltung der Beschäftigungssicherungsvereinbarungen wurden auch schon zehntausende Jobs vernichtet. Soll man bis zum Ende einer ominösen "Friedenspflicht" warten, wenn der Vorstand den VW-Arbeitern den Krieg erklärt?

 

Nein. Es gibt keinen Grund für die Arbeiter, abzuwarten. Die Herrschenden, die Konzerne und ihre Regierungen haben Angst. Schon titelt Bild online: „Zeichen stehen auf Streiks!“


Im Kern des Industrieproletariats hat sich das Klassenbewusstsein gefestigt. Wenn jetzt ein Betrieb den Anfang macht, werden andere nachziehen. Wenn die Arbeiter bei VW anfangen, dann werden viele Belegschaften mitmachen und gegen die verschärfte Ausbeutung streiken.


Die Zeit ist reif, harte gewerkschaftliche und besonders selbstständige Streiks vorzubereiten.


Statt zurück zu einer längst nicht mehr existenten „VW-Kultur“ – vorwärts zur Arbeiteroffensive!


Nein zu Werksschließungen, Kampf um jeden Arbeitsplatz!

 

Weg mit der Attacke auf die tariflichen Rechte, für deutlich höhere Löhne und Gehälter!

 

Wenn der Vorstand den Manterltarifvertrag kündigt, dann gibt es bei der Arbeitszeit auch ein vorwärts - zur 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleicht!

 

Gegen die Ausbeutung durch Monopole und Regierung!

 

Mitbestimmung durch Streik!