Marokko
Wahlen in Marokko
Die Wahlbeteiligung lag mit offiziellen 38 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 2007.
Allerdings bezieht sich diese Zahl auf diejenigen, die sich zur Wahl haben registrieren lassen. Von den 18- bis 24-Jährigen haben sich aber nur 4 Prozent zur Wahl registrieren lassen. Die Wahlen sind somit kaum aussagekräftig!
Was deutlich wird, ist der große Vertrauensverlust in das Parteiensystem im Königreich Marokko. Die Unzufriedenheit ist groß. Mehr als ein Drittel der unter 24-Jährigen ist arbeitslos. Das Wirtschaftswachstum Marokkos betrug zuletzt fast 5 Prozent, aber die Schere zwischen Arm und Reich wächst. Die Jugend Marokkos sehnt sich nach einer befreiten Gesellschaft, was an den aufflammenden Jugend-Protesten deutlich wurde.
Dass jetzt zum ersten Mal in der Geschichte Marokkos eine Frau zur Ministerpräsidentin ernannt wurde, ist bemerkenswert. Damit kam der König einer Forderung aus der Gesellschaft nach. Eine grundlegende Änderung an den Verhältnissen in der reaktionären Monarchie mit bestimmten bürgerlich-demokratischen Elementen unter König Mohammed VI. ist durch sie jedoch nicht zu erwarten.