VW

VW

VW kündigt zehn von dreizehn Tarifverträgen

Der folgende Artikel ist in der aktuellen Extra-Ausgabe der Zeitung von und für Kolleginnen und Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche- und MAN-Werken, „Vorwärtsgang“, erschienen.

Aus der Kollegenzeitung „Vorwärtsgang“

VW setzt seinen Generalangriff mit der Kündigung der Tarifverträge fort. Völlig zu Recht sind Cavallo (Daniela Cavallo, Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende bei VW, Anm. d. RF-Red.) und Gröger (Thorsten Gröger, Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Anm. d. RF-Red.) als Verhandlungsführer wütend über diese nie dagewesene Provokation, fordern Streik.

 

Die Verhandlungsbereitschaft unseres IG-Metall-Vorstands der bis hin zum faulen Kompromiss 2024/25 und neulich im Aufsichtsrat ging, hat nichts geholfen. Wer meinte, die Bosse so zu besänftigen, muss jetzt merken: Gibst du ihnen den kleinen Finger, reißen sie dir den Arm aus. Die Lebenslüge von der „Sozialpartnerschaft“ ist offensichtlich zu Ende erzählt. Mitbestimmung durch Streik ist die Antwort. An welche Friedenspflicht sollen wir uns jetzt noch gebunden fühlen? Jetzt gilt es, einen konzernweiten Streik vorzubereiten. Trainieren wir das in allen Fabriken, denn Streiken muss (wieder) gelernt sein. Der Streik muss so lange dauern, bis die gesamten Pläne des Vorstands vom Tisch sind. Warum bis zum 1. Januar 2027 warten? Machen wir die Tarifverhandlungen Fläche/Metall am 8. Oktober und die Sitzung der VW-Tarifkommission am 9./10. Oktober zu Tagen des Kampfs und bauen das dann schrittweise aus.

 

Die Kündigung der Tarifverträge, auch des Manteltarifs, zeigt: Der Vorstand fühlt sich nicht gebunden an irgendwelche Zusagen! 120.000 Arbeitsplätze, sechs Werke, Lohnraub bis 10 Prozent – das alles reicht ihnen schon nicht mehr. Ihnen geht es jetzt auch um Arbeitszeitverlängerung bis 40 Stunden ohne Lohnausgleich. Das gleicht den Plänen der Mercedes-Bosse und wäre durch die Kündigung des Manteltarifvertrags möglich. Es geht um Streichung von Urlaub und T-ZUG-Tagen (mögliche Kürzungen bei tariflich abgesicherten zusätzlichen freien Tagen, Anm. d. RF-Red.) , Schichtzuschläge, Terror gegen ältere und kranke Kolleginnen und Kollegen, für die der besondere Schutz entfallen würde. Fabrikkosten? Es ist ein Hohn, unsere Löhne und den Materialeinsatz als Kosten zu rechnen, während gleichzeitig Milliardenprofite gemacht werden, die nur unsere Arbeitskraft ermöglicht. Wir reden jetzt mal über unsere Haushaltskosten und die Zukunft unserer Kinder! Lassen wir uns nicht einreden, unsere Zukunft wären Abfindungen oder die Produktion von Waffen, die Menschen vernichtet.

 

Wie groß muss der ökonomische Druck auf die VW-Aktionäre, den Porsche/Piëch-Clan und die Emire von Katar sein, dass sie sich so mit uns allen anlegen? Was bleibt, ist die nackte Diktatur des Monopolkapitals gegen uns Arbeiter. Es bleibt, was Otto Brenner (ehemaliger IG-Metall-Vorsitzender) sagte: „In unserer Gesellschaft gibt es Klassen und Klassenunterschiede, gibt es Klassenkampf!“

 

Am 21. und 26. September beteiligten sich 350.000 an den Aktionen von IG Metall und DGB und bewiesen, welche Stärke die Arbeiterklasse hat. „Solidarität ist unsere stärkste Marke“ – das haben wir mit Leben gefüllt! Autoarbeiter aller Konzerne gegen die Kahlschlagspläne, gemeinsam mit den Familien, Jugendlichen, der antifaschistischen und Umweltbewegung gegen die Angriffe der Bundesregierung.

 

Drehen wir den Spieß um und gehen den Weg der Arbeiteroffensive weiter:

  • Kampf um jedes Werk und jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
  • Vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht!
  • Ihr kündigt den Manteltarif? Wir fordern die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Das würde Zehntausende Arbeitsplätze erhalten!

Ist der Manteltarif jetzt offen, kann man auch das einführen:

  • Ersatzarbeitsplätze im Umweltschutz!
  • Übernahme aller Azubis!

 

Mitbestimmung haben wir nur im Streik!