Offene Worte auf dem "Capital Markets Day"
Thyssenkrupp Steel: Rendite von 11 Prozent
Was mussten sich die Belegschaften der Stahlbranche bei Thyssenkrupp nicht in der Vergangenheit an Gejammere anhören.
Wie schlecht es dem Konzern in der Stahlsparte doch ginge, weshalb auch unbedingt Werke geschlossen, tausende Arbeiter auf die Straße gesetzt oder outgesourst werden und Lohnbestandteile gekürzt werden müssten.
Offen gesprochen wurde hingegen Ende September beim „Capital Markets Day", auf dem Thyssenkrupp-Investoren für die Stahlsparte warben. Der Reingewinn betrug 2024/25 384 Millionen Euro und soll nach Aussagen von Marie Jaronie (Thyssenkrupp Steel Europe) und Miguel Lopez (CEO Thyssenkrupp) mittelfristig auf 1,2 Milliarden Gewinn gesteigert werden. Allein aus sogenannten „Self-Help-Maßnahmen" - vorneweg die Vernichtung von 11 000 der vorher 26 000 Arbeitsplätze und der Verkauf der HKM-anteile erhofft sich TK-steel 800 Millionen Extragewinn pro Jahr.
Die Profitrate (Rendite) soll von 4 Prozent auf künftig 11 Prozent steigen. Kein Wunder haben Investoren bei solchen Aussichten Dollarzeichen in den Augen. Die Beschäftigten tun gut daran, sich nicht von den Märchen der Konzernführung beeindrucken zu lassen und selbstbewusst für ihre Interessen in die Offensive zu gehen.