tagesschau im Check
Der ach so teure Mercedes-Arbeiter…
Gestern in der 20-Uhr-Tagesschau geisterte er wieder herum, der wahnsinnig teure Mercedes-Arbeiter.
Satte 50 Euro würde er Mercedes die Stunde kosten, in den USA wären es nur 40 Euro und in Rumänien 10 Euro. Da müsse man in Deutschland ja sparen, war die Devise.
Nur: Seit wann kosten Arbeiter die Kapitalisten Geld? Sie erwirtschaften die Werte einschließlich des Mehrwerts, aus dem dann Profite generiert werden.
Und: Wer hat schon einmal den Mercedes-Arbeiter gesehen, der mit 50 Euro in der Stunde nach Hause geht?
Die 50 Euro – das sind keineswegs die Arbeiterlöhne. Üblicherweise werden bei „Arbeitskosten in Deutschland“ die gesamten Personalaufwendungen eingerechnet: Tarif, Außertarif, Management, Vorstand, Sozialabgaben, Pensionen. Da sind Managergehälter drin, die kein Arbeiter je bekommt.
Die Nettogehälter jüngerer Produktionsarbeiter bei Mercedes liegen oft eher bei 14 bis 17 Euro die Stunde.
Was die Tagesschau auch nicht behandelt: was so ein Auto dann für den Verbraucher kostet. Im Schnitt sollen das so 53.000 bis 68.000 Euro sein. Und der notleidende Mercedes-Konzern machte 2025 immer noch ganz offiziell 5,3 Milliarden Euro Gewinn.
Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner sagte Anfang der Woche treffend:
„Die zehn Prozent Arbeitskostenanteil in Automobilwerken sind doch nicht das Problem.“
Und die IG Metall rechnet vor: Selbst wenn man die Löhne halbieren würde, sänken die Kosten maximal um 5 Prozent.
Es geht also nicht um Kostensenkung, sondern um eine verschärfte Ausbeutung. Denn eine Kürzung der Löhne um 50 Prozent könnte die Mehrwertrate glatt verdoppeln.