Afrika

Afrika

Zahlreiche Bergdbauprojekte in Afrika

Zunächst kein Streik in Mali: Wenige Tage vor dem Beginn eines Streiks auf einer der weltweit größten Goldminen wurde eine Einigung zwischen dem Management von Barrick Gold und den beteiligten Gewerkschaften bekannt.

Von mm

Der Streik wurde offiziell abgesagt. (Mehr dazu hier.)

 

Allerdings wurde nicht öffentlich bekannt gegeben, welche der 15 Forderungen erfüllt wurden und welche nicht. Auch Stimmen von Bergleuten zu diesem Deal wurden nicht zitiert.

 

Das australische Bergbau-Fachblatt „Discovery Alert“ sorgt sich deshalb, ob diese Ruhe stabil ist oder ob sie „nur eine Pause in einem von Störungen geprägten Umfeld“ darstellt.

 

Die Streikankündigung war ein Ausdruck der steigenden Bedeutung der Industriearbeiter in den Bergwerken und in der weiterverarbeitenden Industrie in Westafrika.

 

Im Niger gibt es Verhandlungen über den Bau einer neuen Uranmine bei Agadez bis Ende 2028 durch den kanadischen Global-Atomic-Konzern mit Finanzmitteln der US-amerikanischen Regierung; mit russischen und chinesischen Konzernen wird über die Wiederinbetriebnahme der ehemals französischen Mine des Bergbaukonzerns Orano bei Arlit verhandelt; mit dem australischen Goviex-Konzern über die Nutzung der Madaouela-Mine; mit der „China National Nuclear Corporation (CNNC)“ über den Standort Azelik. (Alles Uranminen.)

 

In Mali wurde die Goldförderung im ersten Halbjahr dieses Jahres um rund 30 Prozent gesteigert. Zusätzlich sind zwei neue Großbergwerke für Gold in Planung bzw. in Bau, die ab 2027 bzw. 2028 fördern sollen.

 

Bei der Hauptstadt Bamako (über 4 Millionen Einwohner) ist eine Goldverarbeitungsfabrik in Bau (Fertigstellung 2027), die dem malischen Staat und dem russischen Yadran-Konzern gehören soll und angeblich über 10.000 „direkte und indirekte“ Arbeitsplätze umfassen wird. In ihr soll das gesamte in Mali geförderte Gold weiterverarbeitet werden.

 

In Guinea wurde Ende des letzten Jahres die weltgrößte Eisenerzmine Simandou fertiggestellt, samt 600 Kilometer langer Eisenbahnlinie und eigenem Tiefseehafen am Atlantik. Der Betreiber von Simandou muss innerhalb von zwei Jahren Machbarkeitsstudien für ein Stahlwerk oder eine Pelletieranlage in Guinea vorlegen.

 

Außerdem ist Guinea nach Australien das weltweit zweitgrößte Bauxitförderland. Statt das Bauxit nur als Rohstoff zu exportieren, soll in Zukunft das Aluminium in Guinea hergestellt werden. Dazu sind drei Aluminium-Raffinerien in Bau.

 

In Liberia hat ArcelorMittal in der Nähe seiner Erzgruben bereits im letzten Jahr eine Eisenerzaufbereitungsanlage im liberianischen Tokadeh eingeweiht, die laut offiziellen Angaben 1.000 Beschäftigte hat. Von dem US-Konzern Ivanhoe wird kurz hinter der Grenze in Guinea eine zusätzliche Eisenerzmine gebaut, die über eine 240 Kilometer lange, verstärkte und verlängerte Bahnlinie durch Liberia mit dem Tiefseehafen Buchanan verbunden wird.