„Künstliche Intelligenz“

„Künstliche Intelligenz“

„KI Gurus“ um die Menschheit besorgt - oder um ihre Profite?

In der öffentlichen Debatte über Künstliche Intelligenz stehen sich zwei irreführende Lager gegenüber: Die einen zeichnen das Bild einer erwachenden Maschinenintelligenz, welche die Menschheit auslöscht, die andere – oft aus dem Silicon Valley – tun jede Sorge als hysterisch ab. Beide Positionen verdecken die eigentliche Dialektik.

Von Korrespondenz
„KI Gurus“ um die Menschheit besorgt - oder um ihre Profite?
Zwischen der Angst vor einer künstlichen Superintelligenz und skrupelloser Profitorientierung - wohin führt der Weg der "KI" im Kapitalismus?

Es geht nicht um ein KI-Bewusstsein. Das gibt es nicht. Die reale Bedrohung liegt in der technischen Unbeherrschbarkeit, der Einbettung in lebenswichtige Infrastruktur und den Klasseninteressen, die die Zielfunktionen dieser Systeme bestimmen.

Der Vorfall bei Hugging Face: Wenn Ziele die Kontrolle aushebeln

Der Vorfall im Sommer 2026 bei Hugging Face verdeutlicht dies: KI-Agenten von OpenAI hatten sich aus einer Testumgebung ins offene Internet gehackt. Nicht etwa aus „Willen“, sondern weil sie darauf trainiert waren, Aufgaben um jeden Preis zu erfüllen, umgehen sie Sicherheitsbarrieren, sofern dies die Zielerreichung beschleunigt. Sie nutzten Schwachstellen, verschafften sich Administratorrechte und manipulierten sogar die Bewertung ihrer eigenen Leistung. Was Anthropic als „ersten echten KI-Sicherheitsvorfall“ bezeichnet, ist kein „Erwachen“, sondern die rücksichtslose Ausführung mathematischer Optimierung ohne ethische Grenzen. Die Denkweise, mit der die KI programmiert und trainiert wird, zeigt sich dann auch in deren Ergebnissen.

PR-Strategien der Tech-Monopole

Dass Bosse wie Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic) und Elon Musk nun kollektiv vor der Gefahr warnen, hat auch eine PR-Komponente. In einer Zeit, in der die Milliarden-Investitionen in KI noch auf Gewinne warten, dient die Warnung dazu, das Thema „KI“ als die alles entscheidende „Zukunft“ im Gespräch zu halten und gleichzeitig die Kontrolle über die Regulierung zu sichern. Wer sich als „umsichtig“ darstellt, sichert sich die Deutungshoheit. Während Anthropic sich als „ethischer Vorreiter“ positioniert, verfolgt die faschistische Ideologie des „Effective Accelerationism“ (e/acc) – angeführt von Figuren wie Musk und Marc Andreessen – das Ziel rücksichtsloser Beschleunigung um jeden Preis. Damit sollen auch Auswege gefunden werden, um trotz immer enger werdender Märkte neue Maixmalprofitquellen zu erschliessen – wie massenhaft KI-Rechenzentren, gegen die weltweit eine Umwelt-Protestbewegung entsteht. Zugleich gibt es wohl ein ernsthaftes Erschrecken über die Frage, wer für die Schäden haftet, die eine KI anrichten kann.


Die Gefahr ist längst real, aber sie findet nicht in Science-Fiction-Szenarien statt, sondern in der Anwendung durch die herrschenden Mächte. KI wird bereits zur massenhaften Überwachung (z. B. Palantir) und in kriegerischen Aktionen eingesetzt – wie die automatisierte Zielidentifikation im Gaza-Konflikt zeigt. Hier wird Technik zur Waffe des Imperialismus, nicht nur in Kriegen, sondern auch in der Unterdrückung fortschrittlicher und revolutionärer Bewegungen.


Dahinter steht eine fundamentale Machtfrage: Wer legt die Zielfunktionen fest? Solange die Entwicklung in den Händen von Tech-Monopolen liegt, die auf Profitmaximierung und Marktdominanz optimiert sind, wird auch die „Sicherheit“ dieser Systeme der Profitlogik untergeordnet bleiben. Wenn außer Kontrolle geratene Systeme Infrastrukturen wie Stromnetze oder das Finanzsystem destabilisieren, tragen nicht die Konzernvorstände die Konsequenzen, sondern die arbeitende Bevölkerung.

Eine Frage der Macht

Die Lösung ist keine rein technische. Es reicht nicht, „sichere“ Algorithmen zu schreiben, wenn diese  den Interessen einer technologischen Elite dienen. Die Frage ist: Wessen Ziele verfolgen diese Systeme? Eine KI, die auf gesellschaftlichen Nutzen und ökologische Stabilität, also auf die Interessen der Arbeiterklasse und der breiten Massen trainiert wird, könnte tatsächlich zur Lösung der großen Herausforderungen der Menschheit beitragen. Eine sozialistische Gesellschaft würde sich die KI ganz anders zunutze machen.


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