DGB-Kampf- und Aktionstag in Essen
Im Zug auf der Rückfahrt von der DGB-Demonstration in Essen
Schön war, dass wir wieder dieselben Leute getroffen hatten wie auf der Hinfahrt. So gab es Gelegenheit, gemeinsam den Tag auszuwerten.
„Was meinst du denn zu Demo und Kundgebung?“ – „Es war beeindruckend, wie viele Gewerkschafter und andere Gruppen dabei waren. Die selbstgemalten Schilder, Transparente und auch die Gewerkschaftswesten usw. Die Rede der DGB-Vorsitzenden Fahimi bekam besonderen Applaus, als es um die Kampfbereitschaft und Entschlossenheit ging, gegen die AfD noch eins draufzulegen. Aber in der Rede von Frau Fahimi hat die Kriegsvorbereitung vollständig gefehlt.“
Ein anderer Zuggast schaltet sich ein: „Ich hab euch zugehört, weil ich auch bei der Demo war. Das ist mir auch aufgefallen, das hätte sie doch auch ansprechen müssen.“
Tatsächlich waren auf der Demo unzählige Schilder und Parolen vorhanden, die sich ausdrücklich gegen die faschistische Einflussnahme der AfD auf die Massen und in den Gewerkschaften sowie für ein Verbot der AfD aussprachen. Initiativen gegen die Wehrdienstpflicht, Schilder gegen die Kriegsvorbereitung, gegen Waffenproduktion – alles war vorhanden. Diese Faschisierung, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung ist doch der Kern der ganzen Ausbeutungsoffensive von Monopolen und Staat. Auch das Transparent von „GAZA muss leben“ wurde oft fotografiert und mit Daumen hoch bedacht.
Es folgte eine lebhafte Auseinandersetzung gegen eine Skepsis in die Masse der Menschen und vor allem in die Gewerkschaftsmitglieder aus einer Ungeduld heraus, dass es noch nicht sichtbar eine organisierte Bewegung gegen die Militarisierung in den Gewerkschaften gibt. Ich stellte das Buch „Die Lehre von der Denkweise“ von Stefan Engel, Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel vor und argumentierte, dass wir damit lernen, wie wir diesen Kampf um die Denkweise bis zur Entscheidung austragen können, weil es notwendig ist, dass die Arbeiter und die breiten Massen mit der Manipulation ihrer Denkweise fertig werden müssen.
Die Diskussion endete noch nicht mit dem Kauf des Buches, was auch heißt: Ich muss an meinen Argumenten noch arbeiten. Aber wir hatten Einigkeit, dass gegen die Kriegsvorbereitung ein breiter Zusammenschluss organisiert werden muss, bei dem die Arbeiter führend sein müssen. Das ist ein Auftrag für die Auseinandersetzung in den Gewerkschaften und darüber hinaus.