Safe Abortion Day

Safe Abortion Day

Es reicht! Sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche jetzt!

Unter diesem Motto gibt es laut der AG „Safe Abortion Day“ (Tag für sichere Abtreibung) am 28. September beeindruckend 83 Aktionen in 54 Städten in allen 16 Bundesländern. In Tübingen rief der Frauenverband Courage gemeinsam mit den jungen Frauen von "abortionbuddy" und anderen Gruppen zur Kundgebung auf dem Holzmarkt auf.

Von MLPD Frauenabteilung
Es reicht! Sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche jetzt!
"My body, my choice" - dieser Slogan stammte noch aus den 1960'ern, kam aber mit der reaktionären Entwicklung im Kampf gegen die Abschaffung erkämpfte Rechte und Freiheiten der Frauen wieder breit auf und spielt auch beim Kampf gegen die Kriminalisierung der Abtreibung in den USA heute wieder eine Rolle.

Seit ganzen 155 Jahren ist Abtreibung in Deutschland verboten. Mit der Gründung des deutschen Reiches wurde1871 Schwangerschaftsabbruch als Verbrechen diffamiert. Seither kämpfen wir um die Streichung des § 218.

 

Wieso? fragen viele, in Deutschland ist Schwangerschaftsabbruch doch erlaubt. Mitnichten. Er steht immer noch im Strafgesetzbuch unter dem § 218 unter Mord und Totschlag. Er kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe geahndet und jederzeit verschärft werden. Frauen „dürfen“ seit 1995 nach einer Zwangsberatung und 3-tägigen Zwangsbedenkzeit sich innerhalb der ersten 12 Wochen auf die Suche nach einer Praxis oder Klinik machen. Frau bleibt „straflos“ verhält sich aber „rechtswidrig“ und das solle ihr laut Gesetz in der Beratung deutlich gemacht werden. Kostenübernahme durch Krankenkassen nur mit Sonderantrag bei Mittellosigkeit oder bei medizinischen Gründen und nach Vergewaltigung möglich. Durch massiven Widerstand der kämpferischen Frauenbewegung wurde der Paragraph 219a gekippt, der jegliche Information über die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs als Werbung diffamierte und unter Strafe stellte.

 

Durch die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbruch ist es schwer, eine Praxis oder Klinik zu finden, die einen Abbruch vornimmt. Schwangerschaftsabbruch gehört immer noch nicht selbstverständlich zur gynäkologischen Ausbildung.


Von der faschistischen AfD haben Frauen eine Verschärfung zu erwarten. Unter dem wohlklingenden Begriff „Willkommenskultur für Kinder“ (gilt natürlich nur für „Deutsche“) will die AfD Abtreibung verbieten, so in ihrem Wahlprogrammentwurf S. 73 zur Bundestagswahl 2025. Für die lebenden Kinder muss natürlich die Mutter sorgen. Mit der Tradewifebewegung – traditionelles Frauenbild, Bewegung aus Amerika – sollen Frauen sich wieder zu ihrer wahren weiblichen Rolle bekennen, und als Hausmütterchens in Fürsorge für Mann und Kinder ihrer wahren Bestimmung folgen. In ihrem Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt geht die AfD noch weiter. Sie wollen einen Lehrstuhl für „Bevölkerungswissenschaft“ einrichten gegen den Geburtenrückgang deutscher Kinder. „Dabei handelt es sich ohne Beschönigung formuliert um das Absterben unseres Volkes“, so das völkische Bedrohungsszenario der AfD.

 

Weltweit kämpfen Frauen um das Recht auf Abtreibung, in Argentinien waren sie erfolgreich – sogar auf Kosten des Gesundheitswesens 2020. Dem jetzigen faschistoiden Präsident Milei ist sie ein Dorn im Auge, aber bei einem Verbot hätte er die kämpferische Frauenbewegung am Hals.

 

Im damals sozialistischen Russland 1917 direkt nach der Revolution war es eine Selbstverständlichkeit, Schwangerschaftsabbruch sofort zu legalisieren. Zum Kampf um die Befreiung der Frau im Sozialismus gehören die bestmöglichsten Bedingungen zur Beteiligung am gesellschaftlichen und politischen Leben, wie z.B. freie Kinderbetreuung, Gemeinschaftsküchen, wirtschaftliche Unabhängigkeit und die freie und bewusste Entscheidung über ihre Lebensplanung. Lenin forderte: Die unbedingte Aufhebung aller Gesetze zu fordern, die die Abtreibung oder die Verbreitung medizinischer Werke über empfängsnisverhütende Mittel usw. unter Strafe stellen.“ Mit der Streichung des Rechtes auf Abtreibung im sowjetischen Familiengesetz 1936 befand sich die KPdSU (B) in grundsätzlichem Widerspruch zum Marxismus-Leninismus.

 

Mit dem Kahlschlag sozialer Errungenschaften zeigt die Bundesregierung kein Interesse an Schutz und Bildung von lebenden Kindern. Wachsende Armut, marode Schulen, zu wenig Fachkräfte in zu teuren Kitas, Kürzungen im Gesundheitswesen, Streichungen von Entbindungsstationen bis hin zu Abschiebungen ganzer Familien in Armut und Not. Kinder zu bekommen ist Armutsrisiko. Die ganze Verantwortung für die Kinder und Familien lastet dabei auf den Schultern der Frauen, die zwischen Beruf und Kindern zerrissen sind. Das ist Ausdruck der bürgerlichen Staats- und Familienordnung. Das Geld wird von unten nach oben verteilt, an die Monopole zum Beispiel in die Rüstungsindustrie. Unsere Kinder sollen auf die Welt kommen, um als Arbeitskräfte ausgebeutet zu werden, bei Entlassungen auf die Straße gesetzt zu werden, als Kanonenfutter in ihren imperialistischen Kriegen zu sterben. Nicht mit uns! Unser Kampf gemeinsam mit Männern und Kindern gehört zu der sich entwickelnden Arbeiteroffensive wie am 21. und 26. September, die sich gegen das gesamte Ausbeutersystem richtet.