Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg

Die psychologische Kriegsführung gegen den Friedenswillen

Mehr als vier Jahre dauert der Ukraine-Krieg bislang. Um die Fortsetzung des Krieges zu ermöglichen, wird ein ganzes System der Meinungsmanipulation eingesetzt. Trotzdem entsteht keine Kriegsbegeisterung: Es fehlt den Herrschenden hüben wie drüben weiter die Unterstützung der breiten Massen.

Dr. Willi Mast
Die psychologische Kriegsführung gegen den Friedenswillen
Eine Seite der psychologischen Kriegsführung ist ein Bombardement aus Werbung für den Militärdienst.

Mehr als eine Million Tote, ein Mehrfaches an Verletzten, Verkrüppelten und Kriegs-Traumatisierten auf beiden Seiten. Etwa sieben Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer haben inzwischen ihre Heimat verlassen. Hunderttausende von jungen Männern – auf beiden Seiten - desertieren und weigern sich, sich im „Schlachtfeld“ zu opfern in einem sinnlosen Krieg.

 

Ungefragt werden die europäischen Völker immer mehr hineingezogen in den Krieg, den sie mit Hunderten von Milliarden für immer modernere Waffen mitfinanzieren sollen. So geraten wir immer näher an der Rand eines atomaren Kriegs in Europa und in der Welt. Er kann und muss gestoppt werden.

 

In Russland und in der Ukraine wächst die Kriegsmüdigkeit. Trotz massiver Unterdrückung flammen immer wieder Proteste auf gegen diesen Wahnsinn.

Warum noch kein Massenprotest gegen den Krieg?

Warum gibt es in Deutschland und europaweit bis heute noch keine großen Massenproteste gegen die Kriegspolitik?
Wegen einer raffinierten psychologischen Kriegsvorbereitung. Verantwortlich für den Krieg ist angeblich nur Putin. Er wird als unberechenbarer Bösewicht dämonisiert, der ganz Europa erobern will. Als wäre Putin mehr, als nur das Gesicht der russischen Regierung, die genau so ihren Monopolen dient, wie die Bundesrepublik den deutschen Monopolen. Dass diese russische Regierung den Krieg begonnen hat, ist zu verurteilen. Sie führt diesen Krieg auch nicht zum Wohl der Menschen oder für irgendein ehrbares Ziel, sondern das Macht- und Profitstreben der russischen "Oligarchen".

 

Was die westlichen Imperialisten getan haben, wird aber bewusst ausgeklammert: Der willentliche Bruch von Vereinbarungen, die Unterstützung faschistischer Kräfte und der Maidan-Proteste zum Sturz der Regierung, die systematische Osterweiterung der NATO bis an die Grenzen Russlands. Auch die westlichen Imperialisten führen den Krieg nur aus ihren eigenen Interessen.

 

Geschickt werden in den Medien verlogene Narrative verbreitet, z.B. von der angeblich „kaputtgesparten Bundeswehr“ und der „Harmonisierung der militärischen Fähigkeiten der NATO“, obwohl die Rüstungsausgaben auch in den letzten Jahrzehnten nur eine Richtung kannten: nach oben.

„Nichtstun keine Alternative“

Angeblich müssen wir „der Ukraine helfen und Verantwortung übernehmen“ – dabei hilft die massive Hochrüstung ja gar nicht den Menschen in der Ukraine, sondern nur gewissenlosen Oligarchen und den Rüstungskonzernen in Deutschland und den USA.

 

Angeblich bedeutet der Ukraine-Krieg eine „Zeitenwende“ und wir müssten jetzt „kriegstüchtig und resilienter werden“ und „mehr für unsere Sicherheit tun und Verantwortung übernehmen“. Dabei wird mit immer moderneren Waffensystemen die Gefahr eines direkten Kriegs mit Russland immer wahrscheinlicher. Resililienz, also Widerstandsfähigkeit, für einen Krieg mit Massenvernichtungswaffen in Europa aufzubauen – das ist nichts als eine tödliche Illusion!

Doppelmoral und Entmenschlichung

Ungeniert sprechen die bürgerlichen Politiker noch von einer „wertebasierten Außenpolitik Deutschlands“. Dabei haben sie längst moralische Doppelstandards eingeführt: Waffenlieferungen und Kriegsunterstützung für den Völkermord und die Kriege der zionistischen Regierung in Israel - kein Problem! Und beim US-israelischen Angriffskrieg auf den Iran ist plötzlich nicht mehr die allein entscheidende Frage, wer den Krieg angefangen hat. Das gleiche bei Haftbefehlen des Internationalen Strafgerichtshofs: Während jedes Land, das Putin nicht verhaftet, von der Bundesregierung verurteilt wird, wird der ebenfalls gesuchte israelische Ministerpräsident Netanjahu als Staatsgast empfangen. Es ist ein verlogenes und schäbiges Spiel.

 

Zur Kriegspolitik beider Seiten passt auch eine Dehumanisierung der Sprache. Palästinenser sind für Ben Gvir, israelischer Innenminister, keine Menschen, sondern „Tiere“. Selenskyj will „russische Soldaten zu Dünger machen“ (lt. Infoportal Infosperber 31.8.26). Und Trump droht an, den gesamten Iran samt seiner Jahrtausende alten Kultur zu vernichten.

Mehr als „Nichtstun“: Aktiver Widerstand gegen den Krieg!

Trotz des Trommelfeuers an psychologischer Kriegsvorbereitung: Bis heute konnten Pistorius, Merz und Co. die Mehrheit nicht für den Krieg gewinnen. Nur eine kleine Minderheit der Jugend interessiert sich für den Wehrdienst. Umso wichtiger und dringender ist es, den Aufbau einer neuen mächtigen Friedensbewegung zu stärken, auch mit tiefgehenden weltanschaulichen Argumenten.

 

„Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter“ und ein „sofortiger und bedingungsloser Waffenstillstand“ – das waren vor 110 Jahren Parolen Lenins und der Bolschewiken. Damit gewannen sie die kriegsmüde Bevölkerung, beendeten das Gemetzel des 1. Weltkriegs und leiteten die erste siegreiche sozialistische Revolution ein. Auch daran sollte man heute wieder erinnern.