Argument

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Rolle der Denkweise in der Entwicklung der DDR

Ein Abschnitt in dem Buch behandelt, wie die hoffnungsvollen Anfänge des sozialistischen Aufbaus der DDR zerstört wurden.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang in der Volksdemokratie der DDR zunächst ein beeindruckender Aufbau. Die von Kommunisten geführte SED hatte großes Vertrauen in die Menschen. Die proletarische Denkweise wurde gefördert. So entwickelten sie, anders als in Westdeutschland, bewusst den Schutz der natürlichen Umwelt, gingen sorgsam mit den Rohstoffen um. Antimilitaristische und antifaschistische Erziehung und Bildung waren Trumpf.

 

Doch dann drang in der SED-Führung Überheblichkeit vor. Sie beschloss 1952 vorschnell den Übergang zum Sozialismus und wollte dies mit zunehmend bürokratischen Methoden durchdrücken. Selbstherrlich erhöhte sie die Arbeitsnormen, ohne dies mit den Arbeiterinnen und Arbeitern zu beraten. Die waren zu Recht überhaupt nicht einverstanden und 300 000 streikten am 17. Juni 1953. Die SED-Führung ließ diese Massenaktion militärisch niederschlagen. Rechthaberei und Misstrauen in die Arbeiter waren weiter vorgedrungen.

 

Kritiken im Zentralkomitee wurden vor allem vom Generalsekretär Walter Ulbricht selbstherrlich abgetan, die Hauptkritiker sogar aus dem ZK ausgeschlossen. So wurde die kleinbürgerliche Denkweise in der SED-Führung schleichend vorherrschend und entfaltete ihre zerstörerische Kraft. Das ging so weit, dass diese Leute sich zu einer neuen herrschenden Klasse erhoben und 1956 der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion folgten. Zur Täuschung hielten sie die Phrase vom Sozialismus aufrecht.