Darmstadt

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"Bitte leise demonstrieren, der Kaiser schläft!"

"Bitte leise demonstrieren, der Kaiser schläft!" Das war das Motto auf einem Pappschild gegen die fortwährend laute Aufforderung „Raus aus Darmstadt“. Dies richtete sich gegen das „Große Bundestreffen der 25+1 Bundesstaaten“ (Herrschaftsgebiete im Deutschen Kaiserreich und Elsass-Lothringen) der „Reichsbürger“ – angemeldet mit 1500 Teilnehmern und in der Realität mit um die 200 Leuten auf dem Karolinenplatz.

Korrespondenz

Der Ruf zu verschwinden kam aus geschätzt 1000 bis 2000 Umstehenden, war hunderte von Metern bis in den Herrngarten zu hören und war Dauerkulisse. Omas und Opas gegen Rechts, aber vor allem um die 50 Prozent junge Leute unter 25 Jahren, verursachten eine Sperrung des in Darmstadt eigentlich unverzichtbaren Innenstadtrings. Das Publikum wechselte laufend – mit Veranstaltungen ab 11 Uhr, geplant bis hinein in die Dunkelheit.

 

Der Protest war sehr bewusst. Ein Bühnenmotto war „Solidarität statt Rechtsruck“. Es gab die Aussagen, dass es sich nicht um harmlose Spinner handelt, dass es ca. 26.000 „Reichsbürger“ gibt, teils ausgestattet mit Waffen und Chemikalien.

 

Eine jugendliche Formulierung war: „Den Kaiser mag ich nur als Schmarrn.“ Und eine Gruppe, gekleidet in Gold- und Silberfolie, trug Schilder und Kronen mit je einem aufgemalten Edelstein, Kronjuwel: Als solches wurden Kinderrechte, Freiheit der Künste, Meinungsfreiheit, Naturschutz, Postgeheimnis, Versammlungsfreiheit und anderes genannt.

 

Fahnen von Organisationen und Parteien waren wenig zu sehen – die MLPD-Fahne war dabei.