Presseerklärung
Erst soll die Belegschaft noch bluten für das Renditeziel, dann wird das Werk geschlossen?
Das Widerstandskomitee Hannover gegen Werksschließungen und Entlassungen schreibt in einer aktuellen Pressemitteilung:
Am 30. September hat der VW-Vorstand fast sämtliche gültigen Tarifverträge mit den Beschäftigten bei VW gekündigt und kann bereits ab 1. Januar 2027 einseitig neue Tarifbedingungen festlegen. VW will jetzt massiv die Löhne drücken – zusätzlich zu seinen Plänen, vier Werke, darunter das in Hannover, zu schließen. Und zusätzlich zu den 100.000 Entlassungen, die der Vorstand auch weiter plant.
Bei der Kündigung der Tarifverträge sind massive Einschnitte bei Tarifentlohnung, Zulagen, Konditionen für Überstunden, Arbeitszeit, Urlaubstagen, Übernahme von Auszubildenden, Bedingungen für Schwerbehinderte und noch einiges mehr zu erwarten. Das ist eine neue Provokation und Attacke gegen die Beschäftigten und ihre Familien! Zu Recht weist die IG Metall dieses Maßnahmenpaket empört zurück und kündigt Widerstand dagegen an. Die IG Metall ist aufgrund des eingeschränkten Streikrechts rechtlich erst in der kommenden Tarifrunde ab Januar 2027 streikfähig.
Am 21. September zeigten 175.000 Arbeiterinnen und Arbeiter der Automobil- und Zulieferindustrie bundesweit eindrucksvoll, dass sie kämpfen wollen und können. Das Widerstandskomitee Hannover gegen Werksschließungen und Entlassungen steht voll hinter den Kolleginnen und Kollegen: „Der Vorstand hat die Rechnung ohne uns gemacht! Wir werden die Werksschließung in Stöcken nicht akzeptieren und werden auch gegen diesen Angriff auf die Tarifverträge voll hinter den Kollegen stehen“, so Wolfgang Borchers, Sprecher des Widerstandskomitees.
Widerstand und Kampfmaßnahmen für die Wiedereinsetzung der gekündigten Tarifverträge sind jetzt notwendig, bevor der VW-Vorstand neue Fakten schafft. Mit der vagen Hoffnung auf „nötige Einsparungen für eventuelle Folgeproduktion nach 2032“ will VW offenbar noch das Letzte aus der Belegschaft rauspressen. Die Belegschaft ist aber nicht der Esel, der der unerreichbaren Möhre hinterherläuft! Die Arbeiterinnen und Arbeiter verursachen auch keine Kosten, die man einsparen muss, sondern produzieren Werte! Sie sind nicht schuld an der Krise von VW und lassen sich nicht zu den Sündenböcken machen. Ohne ihre Arbeit keine Gewinne!
Daher gibt es keinen Grund, bis zur Tarifrunde abzuwarten. Die Zeit ist reif für gewerkschaftliche und selbstständige Streiks. Mitbestimmung durch Streik ist die einzige Sprache, die der Konzernvorstand versteht. Schon der 21. September zeigte: Wer kämpft, bekommt Solidarität! Das Widerstandskomitee unterstützt die Kollegen dabei und organisiert die Solidarität im Stadtteil, mit den Familien und der Bevölkerung.
Wer mitmachen will, kann sich melden und ist herzlich eingeladen zum nächsten Treffen am 20. Oktober, um 15 Uhr im Freizeitheim Stöcken. Kontakt: solikreis-vw-kollegen@gmx.de