Steffen Kampeter (BDA) lästert gegen Gewerkschaften

Steffen Kampeter (BDA) lästert gegen Gewerkschaften

Wer lebt eigentlich in der „Welt von gestern"?

Kaum stehen 175.000 auf der Straße gegen Regierung und Monopole, kommt Steffen Kampeter vom Monopolverband BDA (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitergeberverbände) und erklärt: Die Gewerkschaften „träumten von der Welt von gestern". Das wäre „rituelle Reformverweigerung". „Demografie" lasse sich „nicht wegdemonstrieren".

Korrespondenz

Übersetzung: Weg mit dem Achtstundentag. Weg mit der Rente nach 45 Jahren. Länger malochen, später sterben, damit die Auftragsbücher der Rüstung und die Dividenden stimmen. Das nennen sie Moderne. Alles andere ist gestern.

 

Wer ist von gestern? Die, die in Essen, Stuttgart, Frankfurt und Leipzig stehen – Stahl, Auto, Pflege, Jugend – oder die, die Maximalprofit als Naturgesetz verkaufen?

 

Kampeter hat unfreiwillig recht in einem Punkt: Eine Demonstration ändert die „Demografie" der Regierungspläne nicht. Ohne aktiven Widerstand, ohne gewerkschaftliche und selbständige Streiks bleibt der Samstag ein einzelner Protestsamstag. Die Welt von gestern ist die, in der das Großkapital bestimmt, was „Reform" heißt und worum es in der Gesellschaft geht.

 

Ein Schritt in die Welt von morgen ist es, wenn die 175.000 das nicht mehr hinnehmen, der Kampf weiterentwickelt wird zur Arbeiteroffensive und der Sozialismus neues Ansehen gewinnt.