Hitze-, Klima-, Umweltkatastrophe
Umweltfrage: Ein Thema beim DGB-Aktionstag am 26. September
Völlig zu Recht mobilisiert der DGB am 26. September gegen die Ausbeutungsoffensive von Monopolen und Regierung: gegen weitere Massenentlassungen, drohende Betriebsschließungen, Verlängerung der (Lebens-)Arbeitszeit, Angriffe auf das Gesundheitswesen, für die Massen unbezahlbare Mieten und vieles mehr. Die Ausbeutungsoffensive ist auch ein Angriff auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Warum?
Dazu einige Naturerscheinungen und deren tiefere – gesellschaftliche – Ursachen:
Die diesjährige Hitzekatastrophe erstreckte sich nicht nur über weite Teile Europas, sondern war eine (nahezu) globale neuartige Erscheinung; sie forderte allein in Deutschland mehr als 16.000 Todesopfer.
Weltweit treten bisher nicht gekannte Störungen der Wasserkreisläufe auf, mit verheerenden Auswirkungen auf Wasservorräte und -versorgung, Landwirtschaft mit Ernteminderungen oder -ausfällen, Flussschifffahrt und Ökosysteme, vor allem in Flüssen.
Hitze, Dürren und neuartige Brandkatastrophen sind als Einheit zu sehen, ausgelöst und verstärkt durch Veränderungen der Jetstreams, der (ehemals) natürlichen Höhenwinde, die für die Wetterbedingungen – und die Ausbildung der sogenannten Hitzeglocken – verantwortlich sind.
Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Zum Wesen der Sache: Seit Jahrzehnten ist wissenschaftlich geklärt, dass die zusätzlichen Treibhausgase in der Atmosphäre, vor allem Kohlendioxid (CO2), für die globale Erwärmung ursächlich sind. Sie stammen aus der Verbrennung von Kohle, Öl, Benzin und Gas. Die daraus entstandene Klimakatastrophe ist mittlerweile zum führenden Faktor der globalen Umweltkatastrophe geworden.
Viele dieser Zusammenhänge sind hinlänglich bekannt. Was ist die Antwort von Merz-Regierung und Monopolen in dieser kritischen Situation?
Der Bau neuer Gaskraftwerke, über Jahrzehnte zu betreiben mit fossilem (US-Fracking-)Gas, die Erlaubnis zum Betreiben neuer Öl- und Gasheizungen, das Aus des Verbrenner-Aus in der EU, auf Drängen vor allem deutscher Automobilkonzerne. Folgen dieser Antwort sind auch die „phantastischen“ Gewinne, Riesenprofite, die vor allem die Ölkonzerne aktuell scheffeln. Sie sind ein besonderer Ausdruck der gesetzmäßigen Ursache der Klima- und Umweltkatastrophe – durch den Kapitalismus –, dass die Ausbeutung der, hier der fossilen, Naturreichtümer zu einem ökonomischen Zwang geworden ist: für das Einstreichen von Maximalprofiten, zur Beherrschung der Konkurrenz – und für das Fortbestehen dieser zerstörerischen und überlebten Produktionsweise und Gesellschaft.
Am 21. September war bei ntv-Wissen zum aktuellen Fortschreiten der globalen Umweltkatastrophe zu lesen: „Wälder nehmen viel des vom Menschen produzierten Kohlendioxids auf – doch häufigere Dürren und Waldbrände drohen, sie von einem CO2-Speicher zu einer CO2-Quelle werden zu lassen“. Das bedeutet eine weitere Verstärkung der Selbstzerstörungsprozesse, wie das Schmelzen der Eiskappen der Pole und von Permafrostgebieten, wozu die MLPD 2023 in ihrem gleichnamigen Buch qualifiziert hat: „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“. Das bestätigt der „Planetare Gesundheitscheck“ für 2026 des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Zitat: „Rekordtemperaturen in den Ozeanen, schwere Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände und extreme Hitze zeigen, dass das Erdsystem zunehmend unter Druck steht“.
Also: mehr als genug Gründe, die gesellschaftlichen Ursachen der fortschreitenden Umweltkatastrophe am 26. September zum Thema zu machen!
Kein Thema ist die Klima-Umwelt-Katastrophe offensichtlich weiterhin für die AfD: Dazu der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla im ARD-Sommerinterview am 23. August 2026: „Für mich war es ein ganz normaler Sommer … Ich sehe viel Panikmache … Klima ist graduell ein Nebenthema, mit dem von den wirklichen Problemen abgelenkt wird“.
Der DGB-Aktionstag ist auch eine prima Gelegenheit, die Internationale Umweltstrategiekonferenz (International Environmental Council, IEC2026) weiter bekannt zu machen, die vom 23. bis 25. Oktober im Arbeiterbildungszentrum in Stuttgart stattfindet (mehr dazu hier). Dort wird die Strategiedebatte über die Rettung der Lebensgrundlagen der Menschheit fortgeführt. Ein Ziel ist, die weltweiten Umweltkämpfe zu koordinieren und höherzuentwickeln. Dabei wird sicher auch die Fähigkeit und die Verantwortung des internationalen Industrieproletariats zur Sprache kommen, die Produktion umweltverträglich umzuwälzen, und: dass/ob dazu eine sozialistische Gesellschaft erkämpft werden muss.