Kultur
Popstar Ed Sheeran, der Film „Naza“ und der internationale Kulturkampf
Nachdem der US-Rapper Macklemore bei seinem Auftritt im Vorprogramm bei Konzerten von Popstar Ed Sheeran auch „Free Palestine“ rief, wurde er aus dem Vorprogramm der Tour des britischen Sängers gestrichen. Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte nämlich eine Petition gestartet, in der gefordert wurde, dass Ed Sheeran den Rapper rausschmeißen soll.
Dieser erklärte, ausdrücklich an die jüdischen Zuhörer gerichtet: Kritik an Israel, an Apartheid oder der Vorwurf eines Genozids richteten sich in keiner Weise gegen sie. Ed Sheeran verteidigte sich, die Entscheidung des Rausschmisses sei vom Veranstaltungsbesitzer – Milliardär Robert Kraft – getroffen worden. Darauf weigerten sich auch die weiteren Musiker des Vorprogramms, und auch Sheerans Begleitband stieg aus.
Ganz offensichtlich mehren sich Vorfälle, bei denen sich Musiker und Kulturschaffende überhaupt gegen eine reaktionäre oder faschistische Einmischung, gegen Verbote und den Abbau demokratischer Rechte wehren. Mit allen Mitteln soll wohl das Vordringen linken und revolutionären Gedankenguts verhindert werden.
So versuchte Wolfram Weimer – oberster staatlicher Kulturfunktionär –, die Chefin des Filmfestivals der „Berlinale“ zu feuern, weil sie pro-palästinensische Äußerungen bei der Preisverleihung zuließ. Das scheiterte am Widerstand der Filmschaffenden.
Ganz aktuell ist der Kampf der israelischen Regierung gegen den Film „Naza“. Der Film wurde gerade bei den Filmfestspielen in Venedig minutenlang gefeiert und mit einem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm untersucht die zivilen Opfer der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen, wozu israelische Soldaten selbst das Wort ergreifen – unkommentiert. Sie erklären offen, wie es zu so hohen Zivilopfern kommen konnte. Eingeplant war als „Kollateralschaden“ ein angesetzter Faktor von 15 bis 20 unbeteiligten Opfern. Bei einer Hamas-Zielperson seien auch 500 tote Zivilisten erlaubt gewesen. Die Wut der israelischen Regierung ist jetzt groß, und die Zionisten verhalten sich wie erwartet: Die Filmemacher mussten vom Ausland zusehen, wie sie „... vor dem Haus von Szors Eltern grölten: ,Richtet die Verräter hin‘, während Netanyahu versprochen hat, ihnen die Staatsbürgerschaft zu entziehen.“ (FR, 22.9.2026) Im Namen der Berlinale erklärte dagegen die Direktorin Tricia Tuttle ihre Solidarität mit den Filmemachern.
In den USA startet der Film am 26. September, offizieller Kinostart ist in Deutschland am 1. Oktober.