Heute Forderungen beschlossen

Heute Forderungen beschlossen

Wichtige Metall-Tarifrunde beginnt

Der IG-Metall-Aktionstag am Montag, dem 21. September, hat gezeigt, wie die Automobilarbeiter und die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Zulieferindustrie in die Offensive kommen. Das hatte die Solidarität aller Arbeiter und der Bevölkerung.

Von wb
Wichtige Metall-Tarifrunde beginnt
(rf-foto)

Es prallen zwei Welten aufeinander – so heftig wie selten zuvor. Die IG Metall hatte bundesweit 267.000 Beschäftigte in 2300 Betrieben zur Lohnforderung befragt. Fast 83 Prozent erwarten eine Erhöhung ihrer Reallöhne; 35 Prozent eine kräftige. Die tariflichen Lohnerhöhungen der letzten beiden Jahre konnten die Verluste in den Jahren 2021 bis 2023 nicht ausgleichen. Verschärfend kommt hinzu, dass die offizielle Inflationsrate im August bei 2,9 Prozent lag, die reale für einen Arbeiterhaushalt ungefähr doppelt so hoch ist.

 

Vor allem die Rekordpreise für Benzin oder Gas, mit denen die Energiemonopole den US-Krieg gegen den Iran für Extraprofite nutzen, sorgen für Löcher beim Einkommen der Arbeiterfamilien. Es braucht einen Nachschlag für den Reallohnverlust in den letzten Jahren und eine wirkliche Erhöhung für 2027. In Umfragen bei VW sprach sich deshalb eine Mehrheit von Vertrauensleuten eines Bereichs für eine Lohnforderung von 15 Prozent oder höher aus.

 

Dem entgegen predigen Monopolverbände und -politiker landauf, landab, Lohnerhöhungen seien nicht drin. Peter Sebastian Krause, Chef-Lautsprecher von Südwestmetall, erklärte: „Eine Forderung von fünf Prozent in der jetzigen Zeit macht uns fassungslos.“ Und: „Maßlose Lohnforderungen mitten in der Krise gefährden zehntausende zusätzliche Arbeitsplätze.“ Was für eine miese Tour! Wer droht denn offen und maßlos mit der Vernichtung Zehntausender Arbeitsplätze? Ganz sicher nicht die Arbeiter und Gewerkschaften! Die faulen Lohn-Kompromisse wie Ende 2024 bei VW hielten bekanntlich den VW-Vorstand nicht von Plänen zur Vernichtung weiterer Zehntausender Arbeitsplätze und zur Schließung von vier Werken ab.

 

Heute beschloss der IG-Metall-Vorstand folgende Forderungen:

 

  • 5 Prozent mehr Geld. Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen sollen bessergestellt werden.
  • Eine tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie
  • Eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Boom-Unternehmen.

 

„Wir gehen mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen“, sagt Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall. „Verzicht bringt nichts voran.“ Das ist richtig. Es ist auch richtig, klar Lohnerhöhungen zu fordern. Aber die Lohnforderung von 5 Prozent ist zu niedrig, und im Vorfeld war aus den Gewerkschaften oft von weit höheren Beträgen die Rede. Sie kann noch nicht einmal den Reallohnabbau der letzten Jahre kompensieren. Gerade weil wir realistisch sind – an den notwendigen und berechtigten Forderungen der Arbeiterklasse dürfen keine Abstriche gemacht werden.

 

Die Arbeiterklasse muss von ihren Klasseninteressen ausgehen. Es ist nicht richtig, bei Tarifrunden von vornherein eine grundsätzliche Differenz zwischen angeblich notleidenden und boomenden Betrieben zu machen.

 

Es ist auch richtig, die Tarifrunden mit dem Kampf um jeden Arbeitsplatz zu verbinden. Allerdings sind tarifliche Regelungen über Verhandlungsoptionen zur Beschäftigungssicherung dafür nicht tauglich. Das gab und gibt es bei VW seit Langem, trotzdem sollen dort jetzt 110.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die MLPD fördert gewerkschaftliche und selbstständige Kämpfe und Streiks.

 

Das am branchenweiten Automobil-Aktions- und Streiktag am 21. September deutlich gewordene Selbstbewusstsein, die Streikbereitschaft sowie die Politisierung der Metaller gilt es jetzt für den konsequenten Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft zu nutzen. Ein Mercedes-Kollege am 21.9.: „Dieses Jahr müssen wir in der Tarifrunde richtig streiken. Mindestens ein 24-Stunden-Streik muss das sein. Da steht die Mehrheit in der Abteilung dahinter!“

 

Die MLPD schlägt vor, die am 7. Oktober beginnenden Tarifverhandlungen bereits mit breit organisierten Kampfaktionen bis zu Streiks zu verbinden. Ausweitung des Kampfs, Urabstimmung und unbefristete Streiks – anders werden die Arbeiter ihre Forderungen nicht durchsetzen. Für die volle Durchsetzung der 5 Prozent und kein bisschen weniger! Kampf um Lohnnachschlag und gegen Reallohnabbau!

 

Die Regierung fürchtet auch kämpferische Tarifrunden. In der Tarifrunde ist es auch wichtig, den Kampf gegen die Ausbeutungsoffensive von Monopolen und Staat nicht außer Acht zu lassen.

 

Nieder mit dem Lohnsystem! Die MLPD hält es mit der grundsätzlichen Erkenntnis von Karl Marx: „Statt des konservativen Mottos: ‚Ein gerechter Tagelohn für ein gerechtes Tagewerk!‘ sollte sie (die Arbeiterklasse) auf ihr Banner die revolutionäre Losung schreiben: ‚Nieder mit dem Lohnsystem!‘“ Das war die Schlussfolgerung aus seiner Analyse, dass der Kapitalist dem Arbeiter nur so viel Lohn bezahlt, wie er für den Erhalt der Arbeitskraft und ihre Reproduktion (Familie, Kinder …) benötigt. Erst in einer revolutionär erkämpften sozialistischen Gesellschaft, in der das kapitalistische Lohnsystem nicht mehr existiert, kann der von den Arbeitern und mit Hilfe der Natur geschaffene Reichtum der Gesellschaft und dem Schutz der natürlichen Umwelt zugutekommen.