Vergiftetes „Angebot“ Rüstungsproduktion

Vergiftetes „Angebot“ Rüstungsproduktion

Kontroverse Diskussion unter VW-Kollegen

In den letzten Wochen wird im Betrieb vermehrt diskutiert, was wir sagen, wenn der VW-Vorstand Rüstungsproduktion als „intelligente Alternative“ zur Werkschließung auf den Tisch legt. Dem überwiegenden Teil der Leute passt das nicht, das ist spürbar.

Korrespondenz

Nur eine Minderheit sagt „... ist mir völlig wurscht“ oder begrüßt es, für den Krieg zu produzieren. Die meisten sind mit einer klaren Antwort trotzdem zurückhaltend oder wollen das Thema am liebsten gar nicht besprechen. Oft fallen Sätze wie „... wenn wir es nicht machen, machen es andere“ oder „Hauptsache, wir haben hier weiter Arbeit.“

 

Wir haben inzwischen ein paar „Denkfehler“ aufgedeckt, die man erst mal klären muss.

 

Erstens: Wir lassen uns nicht aufs Glatteis führen, indem wir uns scheinbar zwischen Werkschließung und Rüstungsproduktion entscheiden sollen! Jetzt müssen wir den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz in Angriff nehmen, statt uns von Blume vergiftete, intelligente Lösungen andrehen zu lassen.

 

Zweitens: Wir Arbeiter entscheiden im Kapitalismus nicht, was produziert wird. Wenn VW mit Rüstungsproduktion Profite machen will, werden wir das kritisieren und politisch dagegen kämpfen. Manche Kollegen denken, wenn man gegen Rüstungsproduktion ist, müsse man den Betrieb verlassen und seinen Arbeitsplatz aufgeben – auch das führt zu dieser teilweise verhaltenen Debatte. Wir Arbeiter können uns den herrschenden Verhältnissen aber nicht individuell entziehen und sie dadurch ändern. Aber wir können sie bekämpfen und uns zum Vorbild nehmen, wie in Griechenland oder Italien andere Belegschaften Streiks und Proteste gegen Waffenlieferungen und Rüstung organisieren. Insofern sind die Arbeiter sogar die wichtigste Kraft im Kampf gegen die Profiteure und die Kriegstreiber!

 

Drittens: Spannend ist die Frage, wer eigentlich entscheidet, was und wie viel produziert wird: Wer hat entschieden, dass weltweit Unmengen an Autos den Markt überschwemmen und jetzt eine krasse Schlacht um Marktanteile stattfindet? Wer entscheidet, ob Waffen oder Krankenwagen, ob Straßenbahnen oder SUVs produziert werden – und was wäre eigentlich im Interesse der Arbeiter, der Umwelt, der ganzen Zukunft? Den Kapitalismus können wir uns nicht mehr leisten, wenn man das mal weiterdenkt.

 

Viertens fragen sich doch viele Kolleginnen und Kollegen, ob wir in Europa nicht besser „verteidigungsfähig“ sein sollten, wenn man Richtung Putin, Trump, Israel usw. schaut. Aber ehrlich: Müssen wir Angst haben vor den Arbeitern in den USA, in Russland, in Israel – oder sind es nicht, wie bei uns eben auch, der Staat und die Monopole, die Krieg vorbereiten und rücksichtslos führen, um ihre Pfründe zu sichern? Und wen sollen wir verteidigen? Den deutschen Imperialismus? Wir müssen aktiv kämpfen und aktiven Widerstand leisten - bis hin zu politischen Streiks! Den imperialistischen Kriegstreibern muss das Handwerk gelegt werden! "Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! und "Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ – diese  Losung sind eine gute Leitlinie.

 

Wer etwas gegen die Ursachen dieses Problems unternehmen will und dafür die Lösung - den echten Sozialismus - kennenlernen will, der ist bei der MLPD herzlich willkommen, sich zu organisieren und mitzumachen.