VDA-Chefin attackiert Arbeiterinnen und Arbeiter
„Kein Naturgesetz“? Hildegard Müller sagt, wohin die Reise gehen soll!
Ausgerechnet einen Tag vor dem bundesweiten Aktionstag der Automobilarbeiter besitzt VDA¹-Präsidentin Hildegard Müller die Frechheit, den Beschäftigten zu erklären, woran es angeblich hapert:
In Deutschland werde zu kurz und zu teuer gearbeitet. Eine Arbeitsstunde koste hier fast 65 Euro, in Polen 18 Euro; zugleich werde in Deutschland deutlich weniger gearbeitet. Und überhaupt: Autoproduktion in Deutschland sei „kein Naturgesetz“. Nur noch einmal zur Erinnerung: Die Neuwagenpreise sind in den USA und Europa seit 2020 um durchschnittlich 15 bis 25 Prozent gestiegen, der durchschnittliche Verkaufspreis liegt dort bei 45.000 US-Dollar, was den deutschen Automonopolen bis 2023 noch Traumprofite eingebracht hat. Es ist nicht so, dass die deutschen Automonopole am Hungertuch nagen müssten, sondern sie erreichen im Moment nicht die Maximalprofite, die sie erreichen wollen.
Deutlicher kann der Verband der Autokonzerne kaum sagen, wohin er will: Im internationalen Konkurrenzkampf sollen Arbeitskosten sinken und Beschäftigte „veränderungsbereit“ sein. Gleichzeitig beklagt Müller geschickt den Verlust von Arbeitsplätzen, während 44 Prozent der Monopole, die hier Arbeitsplätze vernichten, gleichzeitig im Ausland aufbauen.
Die MLPD zieht daraus die entgegengesetzte Konsequenz: Nicht länger arbeiten für die Konkurrenzfähigkeit der Konzerne, sondern 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und Widerstand gegen die Ausbeutungsoffensive von Konzernen und Bundesregierung. Wir fordern, den Aktionstag zu einem branchenweiten Streik zu entwickeln. Dazu schrieb Gabi Fechtner, die Vorsitzende der MLPD, in der aktuellen Erklärung des Zentralkomitees vom 15. September: „Was wir gerade erleben, ist ein Generalangriff von Monopolen und Staat auf die Arbeiterklasse und die Bevölkerung. Die Ausbeutung soll gesteigert und erkämpfte Rechte und Errungenschaften massiv abgebaut werden. Der Umweltschutz wird noch weiter kastriert und Milliarden in eine unverantwortliche Kriegsvorbereitung gesteckt. Doch bei all dem haben sie die Rechnungen ohne den Wirt gemacht. Arbeiteroffensive gegen Ausbeutungsoffensive – das ist jetzt angesagt.“
Müllers Gastbeitrag macht damit jedenfalls den Konflikt dankenswerterweise offen sichtbar: Sollen Beschäftigte die Folgen der internationalen Vernichtungsschlacht der Monopole durch längere Arbeitszeiten, niedrigere Kosten und Arbeitsplatzverlagerungen bzw. Arbeitsplatzvernichtung tragen – oder sollen die Autobelegschaften ihre Kampfkraft zeigen, um ihre Arbeits- und Ausbildungsplätze kämpfen, den Erhalt von Werken sichern und den Monopolen zeigen, dass sie vereint eine nicht zu schlagende Kraft sind!
Unter anderem darüber wird am 21. September auf der Straße und in den Betrieben gestritten. Die MLPD ist bei den Kolleginnen und Kollegen und freut sich darauf, Seite an Seite mit ihnen zu kämpfen.