Aktualisiert 21.30 Uhr: Hannover
15000 auf den Beinen - Prägend waren viele Betriebsdelegationen
Lautstark zogen heute 15.000 Kolleginnen und Kollegen durch die hannoversche Innenstadt, um ihren Protest gegen den Generalangriff von Monopolen und Regierung auf die Straße zu tragen. Den Kern bildete ein großer Block mit Metallern aus ganz Niedersachsen, insbesondere Delegationen von VW aus Hannover, Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg. Aber auch Stahlarbeiter aus dem Stahlwerk in Salzgitter in ihrer silbernen Arbeitskleidung.
Auch die Belegschaften von kleineren und mittelgroßen Betrieben waren vertreten. Und dann teils sehr kämpferische und entschlossene Kollegen und Kolleginnen aus dem Gesundheitsbereich, aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Mit 70 Bussen kamen sie angereist und viele weitere per Bahn.
Viele trugen einfallsreiche, bunte, selbst angefertigte Schilder mit Karikaturen, die meistens den Kanzler Merz zum Ziel hatten. Besonders auffällig der Jugendblock mit der IGM-Jugend, in dem neben vielen guten Parolen auch „Jugend-Zukunft-Sozialismus!“ gerufen wurde. Hier war unser REBELL sehr gut vertreten. Sie verteilten das Flugblatt des REBELL und lernten Jugendliche kennen, die Interesse am REBELL haben.
Einig war man sich an der ganzen Breite der Demo im Protest und in der Wut gegen die Arbeiter- und volksfeindliche Politik der Bundesregierung. Eine Krankenschwester aus der MHH (Medizinische Hochschule Hannover) auf der Bühne: „Wir müssen heute schon in der Intensiv-Aufnahme für Kinder morgens Eltern nach Hause schicken, weil wir nicht wissen, ob ausreichend Narkose- und Operationsärzte da sein werden. Und das wird mit der „Gesundheitsreform“ von Merz noch dramatischer werden!“
Bei immer mehr Leuten wird klarer, dass wir erst am Anfang stehen und der Kampf gegen diese Politik weitergehen muss. So auch einer der Hauptredner, Michael Vassiliadis von der IG BCE: „Wenn unsere Forderungen nicht gehört werden, dann müssen wir noch mehr demonstrieren.“ Dass wir gegen diesen Generalangriff streiken müssen, war noch in der Minderheit, aber unübersehbar, und der Gedanke wurde von vielen aufgegriffen.
Unter den Teilnehmern herrschte eine große Offenheit dafür, dass wir über den Kapitalismus hinausdenken und über die Alternative des Sozialismus auf der Grundlage der proletarischen Denkweise diskutieren müssen. So stellten wir das neu erschienene Buch „Die Lehre von der Denkweise“ mit seinen Schlussfolgerungen aus den Errungenschaften und den Fehlern des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion und der DDR vor. Vielen Kollegen macht es große Sorgen, dass die kleinbürgerlich-faschistische Denkweise sich unter Arbeitern spürbar verbreitet. Und deswegen war es auch in vielen Gesprächen ein Thema, wie der Kampf gegen diese Denkweise geführt werden kann und muss.