Gratis-Service für den Kapitalismus

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Wie insbesondere Frauen die Gesellschaft am Laufen halten und im Alter die Zeche zahlen!

Kinder erziehen, Angehörige pflegen, kochen, putzen, einkaufen, organisieren, tägliche Wiederherstellung der menschlichen Arbeitskraft – all diese Tätigkeiten sind für unser tägliches Leben unverzichtbar. Den Gebrauchswert in Form von fitten Arbeitskräften machen sich die Kapitalisten gerne zu eigen, schließlich sind sie auf deren Arbeitskraft angewiesen und gewährleisten dieses System über die bürgerliche Staats- und Familienordnung.

Korrespondenz

Gleichzeitig wird der Großteil in die privat organisierte Haushalts- und Familienführung abgewälzt. Das lastet vor allem auf den Schultern der Frauen! Weil dadurch ihre Arbeitskraft im kapitalistischen Betrieb eingeschränkt zur Verfügung steht, werden sie meist schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen.

 

Das Statistische Bundesamt hat mit der Zeitverwendungserhebung 2022 untersucht, wie viel Zeit Menschen für Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit aufwenden. Das Ergebnis ist eindeutig: Mütter und Väter mit Kindern leisten insgesamt ungefähr gleich viel Arbeit – jeweils rund 59 Stunden pro Woche. Aber die Aufteilung ist völlig unterschiedlich: Väter leisten durchschnittlich 33 Stunden und 47 Minuten Erwerbsarbeit und 25 Stunden und 22 Minuten unbezahlte Arbeit pro Woche. Bei Müttern sind es dagegen nur 18 Stunden und 59 Minuten Erwerbsarbeit, aber 39 Stunden und 56 Minuten unbezahlte Arbeit.

 

Diese ungleiche Verteilung endet nicht mit dem Renteneintritt. Wer weniger Zeit für Erwerbsarbeit hat, verdient häufig weniger, arbeitet häufiger in Teilzeit und sammelt dadurch geringere Ansprüche für die spätere Rente. In der Hauptsache baut das deutsche Rentensystem aber auf der Dauer der Erwerbstätigkeit und der Höhe des Einkommens auf, die gesellschaftliche Lebensleistung durch die Arbeit im Haushalt oder in der Pflege wird nicht einbezogen. Das zeigt sich an den aktuellen Zahlen: Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Altersrenten 994 Euro für Frauen und 1449 Euro für Männer. Auch bei der Armutsgefährdung zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Nach den Ergebnissen der Studie EU-SILC im Jahr 2025 waren 21,3 Prozent der Frauen ab 65 Jahren armutsgefährdet, gegenüber 17,3 Prozent der Männer. Die niedrigen Renten der Masse der erwerbstätigen Frauen sind deshalb nicht einfach ein persönliches Problem, sondern Teil der strukturell bedingten ökonomischen Abhängigkeit der Frau vom Mann.

 

Aus Teilen der kleinbürgerlichen Frauenbewegung kommt die Forderung, „Haus- und Sorgearbeit müsse einfach bezahlt werden“. Der Protest gegen die bestehende Ungleichheit von Mann und Frau ist richtig – aber damit wird doch die grundlegende Frage nicht gelöst: Warum wird die notwendige Arbeit der Erziehung, Pflege und Versorgung überhaupt überwiegend in die Einzelfamilie abgewälzt? Letztlich hieße das: „Die Frau kann ruhig hinter dem Herd bleiben, Hauptsache sie wird dafür bezahlt.“

 

Unser Ziel muss aber doch weitergehen. Es geht darum, die gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Aufgaben nicht länger hauptsächlich auf den Schultern der einzelnen Frauen und Familien liegen. Eine echte Befreiung der Frau setzt die Überwindung der ökonomischen Logik des Kapitalismus voraus, die diese Aufgaben dem Haushalt der privaten Kleinfamilie auferlegt. Deshalb gilt, wie schon Clara Zetkin gesagt hat: „Ohne Befreiung der Frau kein Sozialismus – ohne Sozialismus keine Befreiung der Frau!“

 

Frauen, werdet deshalb Mitglied in der MLPD!