Deutschland/Russland

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Erstmals seit Beginn des Ukrainekriegs direktes Gespräch zwischen Außenministern

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben der deutsche und der russische Außenminister nicht direkt miteinander gesprochen. Jetzt gab es eine kurze Unterredung unter vier Augen am Rande des UN-Gipfels. Den Krieg verlangsamte dieses Gespräch nicht.

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Johann Wadephul (CDU) sprach am Rande des UN-Gipfels in New York rund 20 Minuten überraschend unter vier Augen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und forderte dabei die russische Regierung auf, den Ukraine-Krieg zu beenden und in Verhandlungen einzutreten. Wadephul erklärte später im ZDF, er habe „angeboten zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine". Eine Fortsetzung der Gespräche war offensichtlich nicht vorgesehen, denn Wadephul erklärte, ob es dazu komme läge bei der Gegenseite.

 

Die wiederum sah in dem Gespräch keinerlei Fortschritte. „Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört", so Lawrow gegenüber der Nachrichtenagentur dpa nach dem Gespräch. Er hätte Wadephul gesagt: „Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können 'Lesen Sie meine Erklärung'.“

 

Aus dem, was über den Inhalt des Gesprächs von beiden Seiten gekannt gegeben wurde, lässt sich in der Tat herleiten, dass es keinen neuen Gegenstand gab und auch keine wirkliche Initiative darstellte; es erinnert an das Gespräch zwischen Selenskyj und Trump, wobei Selenskyj das „positiv und produktiv“ nannte, weil sich beide einig waren, vor dem Winter solle der Krieg enden. Das ist jedenfalls für den Moment der Realität nicht angemessen, denn der Krieg eskaliert in den letzten Monaten zunehmend.

Heißer Krieg weiter an allen Fronten

An der Front rückt die russische Armee weiter langsam auf Slowjansk und Kramatorsk vor. Die gegenseitigen Angriffe auf die Infrastruktur sind mittlerweile Tagesgeschäft, beide Seiten beharken sich mit Drohnen und Raketen.

 

Russland ist zu weitläufig, als dass die russische Armee den gesamten Luftraum effektiv gegen relativ kleine Drohnen mit schwachem Radarprofil in niedriger Flughöhe schützen könnte. Deswegen werden mittlerweile auch für den Militärdienst wegen Alter oder Gesundheit untaugliche Männer für eine nebenberufliche Tätigkeit angeworben, die man in Deutschlands Vergangenheit treffend als „Flakhelfer“ bezeichnet hat - sie sollen beim Schutz ihrer Wohnorte mit Flugabwehrkanonen gegen die langsam fliegenden ukrainischen Drohnen helfen. Das ukrainische Militär verfügt hingegen einfach nicht mehr über die Mittel, sein Gebiet zu verteidigen – das gilt vor allen Dingen für die Abwehr von ballistischen Raketen, von denen Russland große Bestände hat.

 

In der letzten Nacht führte das ukrainische Militär Angriffe auf eine Drohnenabschusseinrichtung und Munitionsdepots im Oblast Donezk, am Tag zuvor wurde eine Fabrik in der Region Rostow. Die Angriffe der letzten Monate haben zu einem nachhaltigen Treibstoffmangel geführt, den aber weniger das Militär, sondern vor allen die russischen Massen zu spüren bekommen. Währenddessen attackierte das russische Militär vor allem Odessa und Kiew, aber darüber hinaus auch Saporischschja, Sumy, Charkiw, Poltawa, Mykolajiw und Winnyzja und nahm dabei insbesondere Rechenzentren ins Visier, was zu Ausfällen in der Kommunikationsinfrastruktur führte. Zivile Opfer gab es auf beiden Seiten.