Internationale Solidarität zum Streiktag am 21.09.
Besuch bei den VW-Werkern in Poznan/Polen
Früh um vier Uhr machten wir uns mit dem Zug auf nach Poznan/Polen, um vor dem VW-Werk dort den Kampf- und Streiktag bei den polnischen Kolleginnen und Kollegen bekannt zu machen und die internationale Arbeitersolidarität zu organisieren.
In einem der modernsten Werke produzieren hier 9.000 Beschäftigte in vier Werken den Caddy und andere leichte Nutzfahrzeuge in drei Schichten. Die Löhne liegen hier 60-70 Prozent (!) unter denen bei VW in Deutschland. Das ist auch ein Grund für die Pläne des VW-Vorstandes, die Produktion des Elektro-Bullis ID.Buzz nach Poznan zu verlagern und das Werk Hannover bis 2032 „auslaufen“ zu lassen. Umso wichtiger ist es, sich nicht spalten und gegeneinander ausspielen zu lassen. Es war deshalb genau richtig, die Kolleginnen und Kollegen in Poznan für den gemeinsamen Kampf gegen die Ausbeutungsoffensive von VW zu gewinnen.
Das ganze Werk ist wie eine Festung umzäunt. Wir mussten erstmals eine halbe Stunde gehen, um zum Tor des großen Parkplatzes zu kommen. Wir versuchten, den Betriebsrat bzw. eine Vertreter der Gewerkschaft zu erreichen. Die freundliche Pförtnerin telefonierte mehrmals, um uns dann auszurichten, dass er keine Zeit habe und wir mit ihm einen Termin vereinbaren könnten und gab uns seinen Namen. Wir werden das nutzen, damit er in Kontakt kommt mit der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung.
Auch wir hatten dann keine Zeit mehr, denn der Wechsel der Früh- und Mittagsschicht begann. Wir stellten uns mit unseren Schildern gut sichtbar an die Einfahrt, u.a. auch auf polnisch: „Internationale Arbeitersolidarität - eine Klasse, ein Gegner, ein Kampf!“ Da kam gut an.
Viele hielten interessiert an und bedankten sich. So konnten wir etwa 230 Flugblätter der MLPD mit dem Titel "21.09. Branchenweiter Streiktag - 26.09. Massenkampf gegen die Regierung" auf polnisch übergaben. Leider kam es an diesem reinen Auto-Tor zu keinen längeren Gesprächen und konnten wir wegen mangelnder Polnisch-Kenntnisse die Reaktionen der Kollegen kaum verstehen.
Aber der Einsatz hat sich gelohnt und wir machten uns guter Dinge auf die lange Rückfahrt.