Nicht jeden Arbeitsplatz erhalten?
Zur „Wahrheit“ von Cem Özdemir
Die Autobosse wollen mit Rückkehr zu 40-Stundenwoche und Lohnverzicht das Rad der Geschichte rückwärts drehen – die Automobilarbeiter und ihre Gewerkschaft IGM zeigen mit dem beeindruckenden Kampftag am 21. September: Nicht mit uns!
Da fühlt sich der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) als „Landesvater“ zu mahnenden Worten herausgefordert: Verständnis für die Sorgen der Autoarbeiter – Mahnung an die Chefs der Autokonzerne, ihre „Zukunftspläne“ bitte zusammen mit den Vertretern der Arbeiterinnen und Arbeiter zu entwickeln.
Doch in Zeiten des Kampfes muss man Farbe bekennen: Auf welcher Seit stehst du?
Die Antwort von Cem Özdemir: „Nicht jeder Arbeitsplatz lässt sich in Zeiten des Umbruchs erhalten“. Damit übernimmt er die Position der Bosse und behauptet: Das gehöre zur Wahrheit.
Es gibt in dieser Frage aber auch eine Wahrheit vom Standpunkt der Arbeiterklasse: Kampf für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich - um Arbeitsplätze in Zeiten des Umbruchs zu erhalten und neue zu schaffen.
Mit seiner „Wahrheit“ fällt der Grünen-Politiker den kämpfenden Kolleginnen und Kollegen in den Rücken!