Audi Neckarsulm
»Schmerzhafte Einschnitte« unumgänglich?
»Die Zeit zu handeln ist jetzt. Die kommenden Monate werden entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts sein. Wir haben große Aufgaben vor uns, und es wird nicht ohne schmerzhafte Einschnitte gehen.« So positionierte sich bei einem Besuch von Ministerpräsident Cem Özdemir letzte Woche Thomas Bogus, Werkleiter von Audi Neckarsulm, das auf der Schließungsliste des VW-Vorstands steht.
»Wir« haben große Aufgaben, aber auch schmerzhafte Einschnitte vor uns – damit appelliert er an das proletarische Solidaritätsgefühl der Kollegen. Aber wen sollen in Wirklichkeit die schmerzhaften Einschnitte treffen? Audi will seine operative Umsatzrendite auf zehn Prozent erhöhen, der Gesamtkonzern VW um mindestens neun Prozent. Damit könnten sich die Dividenden der VW-Aktionäre glatt verdreifachen!
Die »große Aufgabe« der VW- und Audi-Kollegen in dieser Rechnung ist es, für die Profite der Aktionäre entweder auf die Straße gesetzt zu werden, oder noch länger, härter und für weniger Geld zu malochen.
Solidarität geht anders – der gestrige Streik- und Kampftag der Automobilarbeiter zeigt, welche Kraft in der organisierten Arbeiterklasse im Kampf um ihre eigenen Interessen auf Kosten der Profite steckt.